Foto: Dane Cutcliffe

Eigentlich wäre dies die Jahreszeit, um düstere und melancholische Musik gut zu heißen. Allerdings belehrten mich Paper Lions aus Kanada mit ihrem neuen Album „Full Colour“ eines besseren. Das bereits 2016 auf dem amerikanischen Kontinent erschienene Album wird nämlich nun auch endlich die europäischen Hörer beglücken.

Bereits die beiden Opener „Don’t Wanna Dance“ und „My Number“ sprudeln so vor Disco-Flair. Jeder kluge Radiomoderator sollte diese Nummern auf dem Schirm haben und pünktlich vor dem Frühling in seine Rotation aufnehmen! Nachdem der Einstieg die Beine zum gnadenlosen Tanzen zwingt, sorgt „End of July“ für eine traumhafte Verschnaufpause. Der traurige aber auch schöne Refrain lässt den Hörer in Gedanken schwelgen und spätestens beim Saxophon Solo am Ende frage ich mich, wieso ich diese Band nicht vorher auf dem Schirm hatte.

Dagegen orientiert sich „Call Back“ wieder in Richtung der ersten beiden Songs. Die Band um Frontmann John MacPhee kann auch ruhige Stücke wie etwa „If You Ever“, überzeugt mich persönlich aber bei den genannten schnelleren Nummern, wie beispielsweise bei „Take A Look At My Girl“. Das erst ruhig daher kommende „Born to Rule“ mausert sich hingegen überraschend zur elektronischen Hymne.

Mit „Full Colour“ haben Paper Lions ein rundes Album geschaffen, das den Sommer schon jetzt durch die Boxen drückt. Eine wundervolle Platte für all diejenigen, die den kommenden Geheimtipp auf der Tanzfläche bringen wollen und sich trotz des schlechten Wetters nicht die gute Laune vermiesen wollen.

Paper Lions Deutschland-Tour 2018

  • 08.02 – Berlin, Sage Club
  • 09.02 – München, Munich Sessions @ Lost Weekend
  • 10.02 – Stuttgart, Galao
  • 16.02 – Bamberg, Live Club
  • 16.02 – Erding, Sonic
  • 22.02 – Hamburg, Club am Donnerstag
  • 23.02 – Hannover, Bei Chez Heinz
  • 24.02 – Offenbach, Hafen 2
Bildquelle Artikelbild:Cohen MacDonald