Eloquent

Quelle: Facebook

Man kann Eloquent vieles vorwerfen: Inhaltlich eindimensional, musikalisch rückwärtsgewandt und abgemischt wurde „Von Tokyo Nach Isengart” offenbar nicht auf Dr. Dre’s SSL Mischpult. Dennoch ist dieses auf 500 Exemplare limitierte Stück Musik dope. Das Teil ist nach einem Soloalbum und einer Platte mit Hulk Hodn bereits Eloquents drittes Release dieses Jahr, doch nach Ausschussware klingt das bei weitem nicht. Auf fünf Songs (plus Intro) treffen schleppende Drums New Yorker Prägung auf feinste, knisternde Jazz-Samples und Eloquents atemlosen Flow. Klassischer Rap, ausschließlich produziert vom Japaner Lidly.

„Ich bin der geborene Schluck Wasser, der in Kurve hängt
Darf ich vorstellen: gestatten Sie, Mr. Eloquent”

Die EP lebt von seiner Atmosphäre, die man erst erfährt, wenn man sich die sechs Anspielstationen von Anfang bis Ende anhört. Jeder leicht verzögerte Kick ist auf einmal genau da, wo er hingehört und jede Punchline trifft so präzise wie Stephen Curry von der Freiwurflinie. Themensongs lassen sich keine ausmachen, vielmehr handelt es sich um Gedankengänge, die sich selten eindeutig in Gesellschaftskritik oder rap-typische Battlelines einordnen lassen.

„Du bist ein wohlgenährtes Kind dieser Gesellschaft
Und hältst auf Pilzen Super Mario World für eine Weltmacht”

Diese Lockerheit ist Eloquents entscheidender Trumpf, der die Stücke so kurzweilig werden lässt. Wenn Produzent Lidly dann auch noch Samples so schön runterpitched wie in „Ein Hippie wars”, bin ich komplett im Bann der EP. Passt bestens zu dunklen Wintertagen und einsamen Spaziergängen bei Nacht. Sehr schönes Teil.

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