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Manchester Orchestra gehören zu jenen Bands, die bisher keinen Ausrutscher in ihrer Diskografie haben und seit jeher sowohl von Fans als auch von Kritikern überwiegend positives Feedback bekommen. Geniale Riffs, zum Nachdenken anregende und ehrliche Texte sowie eine gute Portion von Melancholie sind die Aushängeschilder der aus Atlanta stammenden Alternative-Band. Deshalb war es als großer Anhänger der Band umso spannender, sich das neue Album „A Black Mile To Surface“ anzuhören, welches sich anders anhören soll, als seine Vorgänger.

Die unverkennbare Stimme von Frontmann Andy Hull ertönt im Opener „The Maze“. Sofort wird deutlich, dass auf „A Black Mile To Surface“ kein grundlegendes von Melancholie geprägtes Werk zu erwarten sein wird. Bei „The Gold“ sind erstmals die Gitarren mit von der Partie. Der Song setzt sich beim ersten Hören sofort ins Ohr fest und wird mit Sicherheit ein Liebling auf den kommenden Konzerten sein. Mit „The Moth“ kommen erste düstere Töne zu Tage, die den Hörern von Manchester Orchestra sehr vertraut sein sollten. Schon jetzt wird deutlich, dass die kleinen Stimmungswechsel auf dem neuem Album perfekt in Szene gesetzt sind.

Beim nächsten Lied wundere ich mich kurz über den Songtitel. Schließlich ist dieser die einzige Nummer auf der elf Tracks großen Platte, der nicht mit einem „The“ anfängt. Wurden in den 2000ern gefühlt jede zweite Band mit dem Artikel gegründet, ist das bei der Namensgebung der Songs durchaus eine Rarität. „Lead SD“ ist das wuchtigste Stück, dass einen schönen Spagat aus ruhigen Versen und wildem Refrain schafft, bei dem die Gitarren wie Sirenen durch die Boxen schießen. Im Gegensatz dazu befinden sich etwa mit der Vorabsingle „The Alien“ oder „The Parts“ ruhige Passagen auf „A Black Mile To Suface“, die das neue Album von Manchester Orchestra atmosphärisch passend umschließen. „The Silence“ bildet den wunderschönen Abschluss dieses Albums.

Wer die Vorgängeralben von Manchester Orchestra mag, der wird auch an der neuen Scheibe reichlich Freude haben. Die neuen Soundideen, die unter anderem aus dem vorherigen Projekt der Bandmitglieder Andy Hull und Robert MacDowell (Soundtrack zum Film „Swiss Army Man“) entstanden sind, sorgen für einen frischen Wind, ohne dabei Manchester Orchestra neu zu erfinden. „A Black Mile To Surface“ bestitzt ein riesiges Potenzial und wird mit Sicherheit am Ende des Jahres auf zahlreichen Albenbestenlisten landen, darunter auch in meiner Eigenen!

Im Oktober und November verschlägt es Manchester Orchestra für drei Auftritte nach Deutschland. Als Abschluss der Tour werden Andy Hull und Co. abermals nach 2015 wieder im Molotow in Hamburg auftreten. Dieses Konzert hat sich bis heute positiv in mein Gedächtnis eingebrannt und mein Bericht darüber kann hier nachgelesen werden.

Manchester Orchestra Tourdaten für Deutschland 2017

  • 30.10. Köln – Gebäude 9
  • 03.11. Berlin – Frannz Club
  • 04.11. Hamburg – Molotow