Foto: Linda Bujoli

Da ist sie, meine erste Review eines Jazz-Albums. Und dann noch nicht einmal ‚guter Jazz‘, wie ihn manche bezeichnen würden. Kein Bill Evans– Abklatsch, der später auf Playlisten wie „Coffee Lounge“ oder „Sunday Breakfast“ landen würde. Nein, GoGo Penguin machen einfach verdammt großartige Musik mit Klavier, Bass und Schlagzeug. Mit „A Humdrum Star“ bringen die drei Briten gerade ihr viertes Album auf den Markt.

Davor erschien „Man Made Object“, das Blue Note Records-Debüt. Die Musik, die darauf zu hören ist, lässt sich schwer in Worte fassen. Ich versuche, Hilfe zu finden, indem ich alte Reviews durchforste, aber so richtig traut sich keiner dran. Scharfkantig war die Musik. Treibend. Und so perfekt auf den Punkt gebracht, dass sie fast ein wenig kühl wirkte.

Was ist nun anders zum Vorgänger? Alles und doch nichts. Musikalisch geht es immer noch um das Zusammenspiel der drei Instrumente. Diese werden nun aber mit Effekten belegt: Hall, Delay, Distortion. Der Bass klingt teilweise nach einem brachialen Synthesizer. Im Vergleich fällt auch auf, dass das Album komplett anders abgemischt wurde. Es klingt lauter, vielleicht sogar platter. Man hört keine Band mehr, die live im Studio einspielt, sondern ein perfekt abgenommenes Musikprojekt.

Das, was GoGo Penguin ausmachen, geht bei all diesen technischen Spielereien zum Glück nicht verloren. Viel eher werden die Hörgewohnheiten ein weiteres Mal auf die Probe gestellt. Zwischen all der Kunst und diesem „Kunsthandwerk“ (Danke Musikexpress!) muss man das Schöne erst einmal finden. Das war aber auch bei den früheren Alben nicht anders.