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Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Es ist Festival-Saison! Mitte des Monats startete diese für mich bereits mit dem Pfingst Open Air in Essen-Werden und am vergangenen Wochenende stand mit dem EselRock in Wesel (ihr erkennt das Wortspiel? Nein? Okay.) das nächste „Draußen & Umsonst“-Festival an. Das Line-Up bot ein paar interessante Namen und Live-Musik an einem warmen Tag ist doch sowieso immer etwas schönes. Also hin da!

Die Bands

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Venom Is Bliss auf der BYK-Seebühne. Man beachte die Stufen.

Das Festival geht über zwei Tage; ich für meinen Teil war allerdings lediglich ab Samstag-Nachmittag vor Ort. Den Anfang machten für mich die Kölner Venom Is Bliss auf der kleinen BYK-Seebühne. Die machen elektronisch dominierten Ambient-Pop-Rock. Das hört sich alles recht nett an, ist allerdings schon sehr „ungefährliche“ Musik ohne Biss. Qualitativ auf jeden Fall gut, sodass man dazu bewegen kann, allerdings eben nicht mein Geschmack. Nach einer knappen halben Stunde zog es mich dann allerdings zur Sparkassen-Hauptbühne.

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Dort spielten nämlich Milliarden. Ich kannte die Band im Vorfeld nur vom Namen her, jedoch wurde mir die Gruppe von Rabea, die ab und an für uns fotografiert (Illegale Farben und Freiburg), wärmstens ans Herz gelegt. Die Jungs schwimmen irgendwo zwischen Pop, Rock und Punk; eines steht jedoch fest: Die machen Laune! Die Songs klingen live super und druckvoll, dazu hatte die Crowd Bock auf die Band! Wenn dann Frontmann Ben Hartmann auf das Gerüst steigt oder mitten in die Menge geht und um ihn herum ein Circle Pit einer nicht zu verachtenden Größe stattfindet, merkt man, dass da etwas sehr cooles in ihnen schlummert.

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Anschließend übernahm der Niederländer Tim Vantol die Bühne mit seiner Band. Durch unsere NOISIV SESSION mit ihm wissen wir ja bereits, über welch eindrucksvolle Stimme er verfügt und genau die hat er auch beim EselRock ausgepackt. Seine Folk-Songs werden durch seine Stimme dominiert und die hinterließ auch beim Publikum einen bleibenden Eindruck, denn die gute Laune, die die Milliarden bereits aufbauten, flachte hier keinesfalls ab, sodass auch Singalong-Aktionen kein Problem darstellten.

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Anschließend war der Abend für mich eigentlich beendet, denn den Headliner-Slot übernahmen Itchy Poopzkid, für die ich mich einfach nicht interessiere. Ich blieb trotzdem, da meine Gruppe den Auftritt sehen wollte. Wenngleich ich mit ihrer Musik nach wie vor nicht warm werde und auch dieser Auftritt nichts daran ändert, muss ich sagen, dass sie wissen, wie sie die Stimmung auf den Höhepunkt bringen. Da kann Sibbi auch einfach mal auf einem Koffer auf der Menge stehend seine Gitarren-Riffs spielen. Die Stimmung war wirklich gut und immer wieder konnte man kleinere Moshpits erkennen. Itchy Poopzkid kamen also flächendeckend gut an – nur ich, der einsame Schreiberling, stand scheinbar alleine dar.

Ein schönes, aber nicht perfektes Festival

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Milliarden-Frontmann Ben Hartmann erklimmt das Gerüst

Zwei Kritikpunkte bleiben allerdings offen: Einerseits ist die BYK-Seebühne mehr als ungünstig platziert gewesen, da sich an der rechten Seite direkt Treppenstufen befanden In den hinteren Reihen sollte man schon mindestens auf gleicher Höhe stehen können, wie an vorderer Position. Steht man also nicht direkt vor der Bühne, sieht man von der Band fast gar nichts mehr.

Darüber hinaus kann ich mit dem Markensystem, das für den Getränkekauf vorausgesetzt wird, nichts anfangen. In der Theorie soll es die Bestellverarbeitung beschleunigen. In der Praxis stellte ich allerdings keinen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber dem Pfingst Open Air fest, wo schlichtweg mit harten Münzen bezahlt wird. Viel eher ist es ein Ärgernis für die Festival-Besucher, die ihr Geld erst an einer zentralen Station umtauschen müssen, um anschließend ihr Bier zu kaufen.

Trotzdem hat das Festival alles in allem definitiv Spaß gemacht. Die Atmosphäre war entspannt, das Line-Up bot mir persönlich zwei tolle Acts und auch das Park-Ambiente trug einiges zur netten Stimmung bei. Das EselRock kann man sich fürs nächste Jahr also auf jeden Fall auf dem eigenen Festival-Radar vermerken, wenn man halbwegs in der Nähe wohnt.

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