Foto: Ex:Re – „Ex:Re“ Albumcover

Mit ihrem überraschenden Soloprojekt sorgt Elena Tonra, besser bekannt als Sängerin, Gitarristin und Songwriterin der Band Daughter, für große Überraschung. Unter dem Pseudonym Ex:Re, abgeleitet von „regarding ex“, gibt die talentierte Künstlerin nun triefe Einblicke in ihre Gefühlswelt nach dem Ende einer Beziehung. Mit ihrem Solodebüt schafft es Elena Tonra sich von den für Daughter typischen Gefilden loszulösen, ihren eigenen Sound zu entwickeln und über sich hinaus zu wachsen.

Beim genauen Hinhören und Hineinfühlen in die 10 neuen Stücke wird unweigerlich klar: Dieses Album ist für eine bestimmte Person geschrieben. So wie jeder Mensch eine bestimmte Art hat, Dinge zu verarbeiten, hilft es Elena Tonra über ihre Musik Klarheit über Situationen oder Gefühle zu bekommen. So hat jeder Song eine individuelle Stimmung, eine andere Geschichte oder Erinnerung, die im Ganzen einen intimen Einblick in eine verworrene zwischenmenschliche Beziehung gewährt.

Elena Tonra spricht in ihren Texten Dinge aus, die so ehrlich sind, dass sie wehtun. Als würde sie Briefe schreiben, die sie aus Respekt vor der brutalen Ehrlichkeit, niemals abschicken würde. In manchen Songs ist es Einsamkeit, in anderen Songs das Eingestehen eigener Fehler oder das Verlangen nach mehr. So können Songtextfetzen wie „I grew up too quick and I still forgive too slow.“ in „Romance“ oder „I can’t readjust into the life before I met you.“ in „Too Sad“ ganz schön unter die Haut gehen.

„A lot of the songs are long rambling notes to myself. Like writing letters you don’t actually send. A pile of paper I never quite got the courage to put in an envelope. I was trying to find a way to say things I wanted to say, but couldn’t anymore. Things I was too proud to admit to thinking or feeling.“  – Elena Tonra

Auch wenn man hier und da ein kleiner Hauch von Daughter zu hören ist, ist Elena Tonra mit „Ex:Re“ mutig neue Wege gegangen. Der mal bedrückende, mal angreiferische, mal träumerische Sound des Albums verfließt stets ohne Umwege mit ihren gesungenen Worten. Mit „My Heart“ macht sich die talentierte Künstlerin so verletzlich, wie nie zuvor und so beschenkt mich Ex:Re nicht nur mit einer ordentlichen Portion Gänsehaut, sondern auch mit meinem liebsten Song des Jahres 2018.

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