„Das hatte wenig mit Planerei zu tun”

Ich stell mir das schwierig vor: Du bist Produzent und, wie Du gesagt hast, auch Produzent für andere. Hast Du Dich auch anders damit beschäftigt, wie die EP klingen soll als Gesamtkonzept?

Soundmäßig hatte das wenig mit Planerei zu tun, weil die Musik aus mir herauskam. Das fand ich so cool. Ich hab mich gewissermaßen selbst therapiert, indem ich einfach rausgelassen hab, ohne mir Gedanken zu machen. Den Stil der Musik zu finden war wirklich easy.

„Das hatte wenig mit Planerei zu tun”

Das visuelle Konzept war mehr Arbeit und ich bereue das heute auch voll. Das war mega viel Arbeit. Hätte ich das von Anfang an gewusst, hätte ich mir was anderes überlegt. Aber jetzt ist es cool. Es ist eine kleine Kreatur geboren und der wird für immer lebendig sein.

Mir ist aufgefallen, dass in den Credits zu einem der Videos Jan van der Toorn  genannt wird, der ja zum Beispiel mit Samy Deluxe gearbeitet hat, bis du das übernommen hast.

Nicht nur Samy Deluxe, er hat auch mit NSYNC gearbeitet, der hat mit Toni Cottura gearbeitet und noch weiteren. Ich glaub der hat auch gesungen auf „ Lonely“ [von Nana. Anm. d. Verf.]. Das ist auf jeden Fall ein sehr vielseitiger Künstler. Der produziert, schreibt, singt, zeichnet, malt, animiert – ein guter Mann.

Konnte der dieses Konzept von Fuchy sofort verstehen?

Nee, wir waren kurz davor, das alles zu canceln. Aber wir mussten halt nur miteinander abhängen, dann hat er uns verstanden. Ich bin mit Jarek da hingefahren und er hat dann die Musik gefeiert, die Idee fand er auch geil und dann waren das so ungefähr vier Monate Arbeit. Mein Kumpel Rob [Robert Rhee. Anm. d. Verf.], der dann das dritte Video gemacht hat, hat dann noch viel am Schnitt gearbeitet. Aber das so zu Jan van der Toorn. Ein sehr guter Typ, der liebt, was er tut.

Die EP ist über Dein Label Kabul Fire erschienen.

Genau, als erste Veröffentlichung!

Wie sind die Pläne für das Label? Was wird darüber erscheinen?

„Ich will nur cooles Zeug machen”

Das ist eher so ein Projekt-Label. Das heißt, ich hab jetzt nicht vor, Leute unter Vertrag zu nehmen. Da steckt kein finanzieller Druck hinter, sondern es geht einfach um Musik. Und ich hab mir da eine Plattform geschaffen, auf der ich Musik veröffentlichen kann, ohne mich viel absprechen zu müssen mit anderen. Da werden auf jeden Fall ein paar Veröffentlichungen von mir herauskommen als erstes, und dann mal sehen. Ich will auf jeden Fall nur cooles Zeug machen. Da wird es keinen whacken Scheiß, wie auf allen anderen Labels, geben, sondern nur Musik, die ich gut finde.

Du hast schon erzählt, mit Hayiti wird was passieren…

Genau! Benny, also Bazzazian aus Köln, der Hauptproduzent von Haftbefehl und Gentleman, und ich – wir haben ein Produzenten-Team gegründet, Die Achse, und wir haben mit der Hayiti eine EP aufgenommen. Die möchte immer ganz schnell Sachen veröffentlichen und jetzt bring ich es einfach raus.

Wann ist diese EP entstanden?

Jetzt gerade! Nee, also vor einem Monat waren wir schon fertig. Ich hab die hier jetzt schon fünf, sechs Mal getroffen und da sind dann auch genauso viele Lieder entstanden. Fünf sind jetzt auf der EP. Das war unkompliziertes Arbeiten. Die kommt vorbei, wir lachen, nehmen auf und ich schätze sie sehr.

„Das begreifen nicht wirklich viele Leute”

Das geht schon in die Richtung „Hip-Hop-Kunst“ und begreifen tun das wirklich nicht so viele Leute. Aber werden die noch! Denn sie hat wirklich Talent, sie hat eine Schraube locker. Die ist gut. Und das wird auch die erste Veröffentlichung sein von Achse und dann mit ihr zusammen.

Wir haben halt Platten produziert für andere, aber das ist eine Veröffentlichung von uns selbst mit ihr. Das ist schon mal so eine Vorbereitung auf das, was noch kommen wird.

Hast Du noch abschließende Worte?

Leute sollen sich alle ein Spotify-Abo holen und mehr Musik hören.

Ist das der richtige Weg – Spotify?

Den richtigen Weg gibt es nicht. Am Geilsten wäre es natürlich, wenn jeder zwei Stunden am Tag in den geilsten Club gehen würde und sich auf der besten Anlage neue Musik geben könnte. Aber Spotify ist voll cool, um neue Sachen zu entdecken und überall mal reinzuhören. Man kann auch nichts hören, aber das liegt an einem selbst.

[asa]B01LY9H8JS[/asa]