Foto: Dan Harris

Foto: Dan Harris

Zwei ganze Jahre ist es her, dass uns Fatherson mit ihrem Debütalbum „I am An Island“ wachgerüttelt haben. Nun legen sie mit ihrem zweiten Album nach, welches am 03.06.2016 erscheint. „Open Book“, heißt das gute Stück und umfasst 12 großartige Songs. Eins fällt direkt beim ersten Hören auf: Fatherson sind ihrem Sound treu geblieben, doch sie sind als Band gewachsen! Zu erkennen ist dies vor allem am Songwriting. Die Songtexte sind um einiges persönlicher und authentischer, als auf ihrem vorherigen Album. Darüber hinaus hat es die dreiköpfige Band geschafft, Songs mit großen Wiedererkennungswert zu schreiben. Hut ab, Fatherson! Wir haben zwar erst Anfang Juni, doch eines lässt sich jetzt schon mit großer Sicherheit sagen; „Open Book“ ist eines meiner Lieblingsalben 2016.

Foto: Facebook / Fatherson

Passend zum Release ihres zweiten Albums haben die schottischen Indie-Rocker ihrer dreiteiligen „Open Book Album Documentary“ via Facebook veröffentlicht, in der je vier Songs beleuchtet werden. Ein wirklich schönes Mitbringsel für ihre Fans, die durch die Dokumentationen einen Einblick in den Sound des neuen Albums bekommen können, bevor es überhaupt veröffentlicht wurde. Darüber hinaus wurden bereits im Vorfeld drei Musikvideos zu den Songs „Always“, „Lost Little Boys“ und „Just Past The Point Of Breaking“ veröffentlicht. Man kann Ross Leighton, Marc Strain und Greg Walkinshaw also keinesfalls nachsagen, in den letzten Monaten tatenlos gewesen zu sein!

Mit „Just Past The Point Of Breaking“, dem ersten Song aus „Open Book“, geben Fatherson eine Richtung an, wohin die Reise des neuen Albums gehen soll. Der Song lässt sich fast als Preview für das, was folgt beschreiben. Man findet sowohl ruhige und gefühlvolle Parts, als auch energiegeladene Stellen. Bereits jetzt mekt man, dass sich die Stimme von Ross Leighton in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt hat. Mit dem zweiten Song „Always“ schenken uns Fatherson einen tanzbares Stück, das bei Konzerten zum Mitsingen einläd. „Lost Little Boys“ ist als dritter Song einer der direktesten und fordernsten Stücke des Albums, bei dem die Drums sehr einnehmend sind. Der Songtext ist einzigartig gut. Mit „Wondrous Heart“ werden anschließend ruhigere Töne angespielt.

I need your help, I need it honestly.
I can’t stand upright, with these things.
But you owe me that, yeah you owe me that.
‚Cause we’re just lost little boys,
making  a name for ourselfes.

Fatherson – Lost Little Boys

Emotional und ruhig geht es weiter mit „Joanna“, dem fünften Song des Albums. In der Dokumentation sagt Ross Leighton, dass er in dem Stück seinen Lieblingsgesang wiederfinden würde. Da kann ich nur zustimmen! Seine Stimme klingt so zerbrechlich und aussagekräftig zugleich, dass ich beim ersten Hören Gänsehaut bekam. „Younger Days“ hebt den ruhigen Part des Albums ein auf und macht neugierig auf das, was die zweite Hälfte des Albums bereithält. Mit dem siebten Stück „Open Book“ haben mir Fatherson meinen unangefochtenen Lieblingssong der letzten Wochen bereitet. Meiner Meinung nach das Highlight des Albums. „Forest“, den achten Song kannte ich schon von Konzerten der Band im letzten Jahr. Funktioniert sehr gut live!

I’m scared that you find out,
That I’m an open book with no pages.

Fatherson – Open Book

Der neunte Song „Kids“ hat einen ganz eigenen und individuellen Charakter. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Stück auf Konzerten besonders viel Spaß macht, da es sich hier extrem gut anbietet mitzusingen und zu tanzen. „Stop The Car“ sticht anschließend durch den durchdringenden Bass Sound Marc Strains besonders heraus. Ein sehr energiegeladener und rockiger Song! „Sleeping Over“, der elfte Song des Albums ist fast in Vergessenheit geraten, nachdem er als Demo aufgenommen wurde. Zum Glück haben Fatherson das Demo nochmal herausgekramt und das Stück mit auf’s Album genommen. Der letzte Song „Chasing Ghosts“ rundet das ganze Album wunderbar ab. Ein Stück, dass einem ein ganz besonderes Gefühl verleitet!

You look right through me like you chasing ghosts,
Those little parts of me that no one knows.
We’re changing rapidly but holding on,
To all those little things that made you strong.

Fatherson – Chasing Ghosts

Foto: Dan Harris

Foto: Dan Harris

„Open Book“, das kann ich bereits jetzt sagen, ist ein Album, dass mir im Gedächtnis bleiben wird und sicherlich noch in drei Jahren auf meinem Handy rauf und runter läuft. Hat man Fatherson einmal live gesehen, weiß man, mit was für einer Leidenschaft die Band hinter ihrer Musik steht. Die drei Schotten haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Album wie eine Setlist ihrer Konzerte aufzubauen. Mit Höhen und Tiefen. Lauten und leisen Passagen. Sie wollen erreichen, dass Menschen sich Alben komplett anhören und es im Ganzen betrachten. Das habe ich getan und ich kann es nur jedem ans Herz legen, es ebenfalls zu tun. Und wem es gefällt: Man munkelt Fatherson planen eine Deutschlandtour. Also Augen und Ohren offen halten!

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