The Jezabels

The Jezabels: Samuel Lockwood, Heather Shannon, Nik Kaloper und Hayley Mary (von links)

Am letzten Freitag ist hier in Deutschland doch tatsächlich das Debütalbum der Australier „The Jezabels“ erschienen – Monate, nachdem die Platte in Australien und den USA Mitte September 2011 bereits erschien. Aber gut, besser zu spät als nie, wie es so schön heißt und das trifft auf die Debütplatte „Prisoner“ definitiv zu. Denn ohne diese Platte wäre das musikalische Feld in Deutschland doch um einiges ärmer.

The Jezabels - Prisoner

Zunächst einmal ein paar Worte über die Band. Die besteht aus den vier Aussis Hayley Mary am Gesang, Heather Shannon (Keys), dem Drummer Nik Kaloper und schließlich Samuel Lockwood an der Gitarre. Und durch die Bank weg kommen alle aus komplett verschiedenen musikalischen Gefilden. Shannon z.B. ist eine klassisch ausgebildete Keyboarderin während Kaloper in frühreren Zeiten zumeist als Metal-Drummer unterwegs war.

Eben jene Einflüsse merkt man dem Album stark an. Kaloper z.B. tobt geradezu durch das gesamte Album. „Horsehead“ ist dafür ein prädestiniertes Beispiel und das Spiel mit den Bass Drums beherrscht er auch ziemlich gut, wenn man sich den Track „Prisoner“ anhört. Das läuft das gesamte Album so durch und baut zusammen mit den Gitarren- und Synthiesounds die passende Grundlage für Mary, um ihre bebend laute Stimme über die Songs zu legen. Die Vocals hieven den gesamten Sound noch einmal auf eine andere Ebene, weil sie so unglaublich gut sind. Dort, wo „Prisoner“ aufhört geht „Endless Summer“ erst so richtig los. Laute Sounds, epische Strukturen und diese verrückt gute Stimme, die das Wort „Dramatik“ prinzipiell hätte erfinden können, wenn sie vor einigen hundert Jahren gelebt hätte.

Mary weiß dabei genau, wie sie Musik vor Dramatik und Theatralik geradezu überschäumen lassen kann und die Texte auf der LP spiegeln das wider. Paradebeispiel dafür ist der wohl epischste Song auf dem Album „Nobody Nowhere“, in dem sie von Antriebslosigkeit und darauffolgender Veränderung singt.

„Prisoner“ legt während der gesamten Laufzeit keine wirklichen Pausen ein und zieht diese epische Tour über die volle Spiellänge von 55 Minuten konsequent durch. Das muss man mögen, dafür muss man offen sein um Gefallen an der LP und der Band generell zu finden. Wer es eher bodenständiger bevorzugt wird mit „Prisoner“ von vornherein nicht glücklich werden, das sollte einem bewusst sein.

Episch kann auch ehrlich sein!

Ich für meinen Teil bin mit dieser Platte glücklich geworden. Unterstelle ich epischen Gesangsarien gerne mal Unehrlichkeit und Verlogenheit, bleibt mir hier nur eines zu sagen: episch kann auch ehrlich sein! Die fein ausgearbeiteten und dichten Songstrukturen, die einem die Anlage zuballern, sind ganz großes Kino und werden die Band für zukünftige Releases wohl nicht wenig unter Druck setzen.

Wie gesagt, ich kann nur noch sagen, dass ich schwer von dieser Band beeindruckt wurde und, dass es diese Band für mich persönlich geschafft hat ihren bisher besten Track „A Little Piece“ noch einmal zu übertreffen. Und das haben sie nicht nur einmal geschafft. Tracks wie „Prisoner“, „Endless Summer“, „Horsehead“ und das abschließende „Catch Me“ sind eine Armada an epischer Genialität und fordern geradezu zur Repeat-Endlosschleife auf.

[asa]B006PF20ZC[/asa]