Postrock ist ja so eine Sache. Scheinbar gibt es keine Mitte, keinen Durchschnitt in diesem Genre. Entweder ist Postrock extrem gut oder eben extrem schlecht. Sehr gut macht die Band September Malevolence aus Schweden ihren Job, die erwähnten Postrock mit Indie-Rock vermischen und so tolle Musik machen, die sich ein wenig anders anhört, als der typische Postrock – nämlich nicht immer chillig, sondern auch mal brachial ins Fressbrett!

September Malevolence - Our Writhers Unwrung DEMO

September Malevolence - Our Writhers Unwrung DEMO

Von deren aktuellem Werk Our Withers Unwrung, das im November letzten Jahres in Deutschland veröffentlicht wurde, haben wir eine Promo CD zugeschickt bekommen, die ich mir mal etwas näher angehört habe. Dabei herausgekommen ist eine der besten Postrock-Produktionen, die ich in letzter Zeit gehört habe! Allgemein ist das Album einfach sehr gut produziert, die Vocals hören sich toll an und passen absolut zum Ambiente der Musik und die Songs stellen eine tolle Mischung aus ruhig und chillig und brachialem Haudrauf dar.

Auf erwähnte Mischung gibt z.B. schon der erste Song End Of New Beginnings einen guten Ausblick, der sehr ruhig anfängt und dann mächtig endet. Manche Songs sind treibend (z.B. Heathen), andere eher ruhig (bspw. And For The Record, I Loved You) und wiederum andere vermitteln einfach eine großartige Atmosphäre (ganz im Speziellen Islandsberg, Bohuslän).

September Malevolence - Our Writhers Unwrung

September Malevolence - Our Writhers Unwrung

Dabei hört sich Our Withers Unwrung aber niemals generisch oder austauschbar an. Von anderen typischen Postrock Bands hebt man sich gekonnt durch die lauten Drums ab, der ebenso mindestens typische Pathos ist ebenfalls nicht derartig ausgeprägt, wie es sonst der Fall ist. Außerdem wird eben auch vergleichsweise viel gesungen. Hier zeigt es sich eben, dass es absolut richtig war von der Band, nicht nur puristischen Postrock zu machen, sondern auch in die Indie-Rock Richtung zu gehen, durch die sie musikalisch eben auch viel größere Freiheiten haben – und eben das merkt man so wunderbar!

Mir gefällt das Album insgesamt echt einfach nur richtig gut. Hier sehen wir endlich mal wieder eine Postrock Band, die nicht einfach nur schnöden 08/15 Postrock runterdudelt, sondern eine Band, die sich Gedanken um ihre Musik macht, einen Schritt weiter geht, experimentierfreudig ist.

Ihr seid jetzt neugierig geworden? Sehr gut, denn dann habe ich etwas für euch! Ihr könnt nämlich das gesamte Album auf der eigenen Bandcamp Seite streamen, von dort aus ist dann auch der Kauf des Albums möglich. Ich lege dieses Album wirklich jedem, der sich auch nur im Entferntesten an Postrock erfreut und mehr will, ans Herz! Eben genannten Stream bieten wir euch der Einfachheit halber direkt mal hier an. Habt viel Spaß beim Reinhören und lasst euch auf September Malevolence ein – ich hab es nicht bereut! :)