Letzten Monat erschien rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft ein neues Fettes Brot-Album. Ein Live-Album, um genau zu sein: „Gebäck in the Days – Live in Hamburg“. Darauf zu finden sind Songs, aus den Jahren 1992 bis 2000, aufgenommen an drei Abenden im Oktober 2016 im Hamburger Mehr! Theater. Man mag es kaum glauben, aber das Konzept geht auf! Die alten Songs erklingen tatsächlich frisch und knackig und kaum einen Tag gealtert.

Kann sein, dass das an der souveränen Performance von König Boris, Björn Beton und Dr. Renz liegt. Ich selbst war im November 2015 Zeuge davon, wie abgezockt diese drei Herren auf der Bühne stehen. Oder  es liegt am treuen Publikum. Nun gut, das spielt auf der Platte nicht wirklich eine tragende Rolle, aber sorgte immerhin dafür, dass das Mehr! Theater an drei Abenden hintereinander ausverkauft war. Ganz vielleicht haben aber auch die Gäste, die geschickt gewählt wurden, ihren Teil zum gelungenen Live-Album beigetragen. Natürlich sind Tobi und Mighty mit dabei, aber auch Fatoni, Sven Regener und vor allem Boy sorgen unter anderem für Highlights.

Fettes Brot: Live in der Mitsubishi Electric Halle, Düsseldorf (Konzertbericht)

Am 12.11.2015 durfte ich in der ausverkauften Mitsubishi Electric Halle, im wunderschönen Düsseldorf, einem Konzert von Fettes Brot beiwohnen. Die Band, die seit 1992 Hits... Weiterlesen →

Zugegeben: „Meh‘ Bier“ offenbart auch 22 Jahre nach Erscheinen keine subtile Metaebene. Manche Sprüche sind beim zweiten (oder tausendsten) Mal nur noch halb so lustig. Aber echte Fans werden an diesem Album mit Sicherheit ihre Freude finden. Um ehrlich zu sein tue ich das auch, und als Fettes Brot-Fan würde ich mich nicht unbedingt bezeichnen. Gerade live funktionieren diese Songs besonders gut und zeigen einerseits was HipHop war und warum er in Deutschland Fuß fassen konnte. Andererseits haben sich Fettes Brot nie vom HipHop-Korsett einschnüren lassen; die Songs sind einfach gut. Classic, sozusagen.

Unanfechtbares Highlight ist natürlich das Mash-Up „Können diese Augen lügen / Little Numbers“ mit den bereits erwähnten Boy. Hätte ich selbst nicht so groß erwartet. Und welcher Song schließt das Set? „Nordisch By Nature (Pt. 1)“ – ein Hit ist ein Hit.

Es bleibt dabei: Fettes Brot ist die sympathischste Rap-Band der Welt. Und die mit den meisten Hits sowieso. Und natürlich die mit den treuesten Fans, denn wer kann den sonst noch so eine Karriere sein eigen nennen? Eben. So bleiben die Hanseaten auch gute 25 Jahre nach Bandgründung relevant und können mit „Gebäck in the Days“ kurz vor Weihnachten ein Live-Album rausbringen, ohne dass es Unkenrufe hagelt. Auf die nächsten 25!

Beitragsbild: Till Haupt