Finder

Emotional, unterlegt mit krachenden Alternative-Rock-Sounds und schallernden Drums – so präsentiert sich Finder aus Soltau auf ihrem Debütalbum „Keiner Sagt, Dass Es Einfach Wird“. Entschlossenheit und gleichzeitige Unsicherheit – zwei Dinge, die gegensätzlicher nicht sein könnten, auf diesem Album aber trotzdem im Kombi-Paket vermittelt werden. Sänger Jochen singt sich die Seele und allen Schmerz, den er empfindet, aus dem Leib. Das nimmt den Hörer mit, den die Gefühle und Lebenslagen, die hier umschrieben werden, durchläuft jeder Mensch früher oder später. Man weiß, was er meint.

Nachvollziehbare Texte, ehrlich transportiert

Finder - Keiner Sagt Dass Es Einfach Wird

„Ich will mehr“ läutet das Album dahingehend passend ein. Jochens Stimme wird von langsamen Gitarrenspiel stilvoll begleitet. Während die besungene Beziehung sich offensichtlich dem Ende nähert, will er mehr, als das, was sie aktuell ist. Urplötzlich bricht der Sound aus in einem lauten Inferno, welches viel zu transportieren weiß. Man ist eingefangen und fühlt sich angesprochen, denn wie gesagt: Jeder Mensch kennt diese Situationen.

Die Last auf meiner Schulter
Die Händer voller Staub
Das macht es mir so schwer
Die Farben längst vorrüber
Die Tage längst gezählt
Doch ich will mehr
Ich will mehr

Finder – Ich will mehr

Generell gilt, dass die Band ganz hoch hinaus will, was Sound und Gesang angeht. Das wirkt allerdings zu keinem Zeitpunkt „überemotionalisiert“, wie ich es bis heute der Emo-Bewegung des letzten Jahrzehnts ankreide – letztlich ein schwieriger Spagat, den die Band aber zu nehmen weiß.

Dass Zwischenmenchlichkeit ein ergiebiges Thema ist, zeigt sich auch hier ein weiteres Mal. Der Wunsch nach mehr Tiefe und Bedeutung in der Beziehung, der Drang nach dem Ausbrechen aus dem Jetzt, das Sehnen nach der emotionalen Nähe – das sind nur einige der behandelten Themen. Sicherlich: Sie wurden schon unzählige Male von unzähligen Künstlern besungen; Finder schaffen es jedoch, diesen vermeintlich ausgelutschten Themenspektren ihren eigenen Stempel aufzudrücken.

Das Trio-Syndrom: Unfassbar laut

Oftmals wird gesagt, dass Trios ihre geringere Mannstärke mit einem lauteren und krachenderen Sound kompensieren und das ist auch bei Finder der Fall. Das Album ist laut, sehr laut. Sogar das sehr friedlich beginnende „Bin ich so weit weg von Dir“ steigert sich nach und nach zum stimmlichen und instrumentalen Klimax. Trotzdem gilt: Eintönig wird es aber nie! Die 12 Songs bieten genug Dynamik, durch die jeder Song für sich stehen kann und nicht austauschbar ist. Das wiederum ermöglicht das Ziehen eines roten Fadens, der hier ganz klar erkennbar ist.

Besonders zugänglich ist das Album dennoch nicht. Die Songs fordern Hingabe seitens des Hörers. Wer hier oberflächlich bleibt und die Songs nur nebenbei spielen lässt, bekommt nicht sonderlich viel aus dem Longplayer heraus. Wer aber bereit ist, sich einzuarbeiten, den Songs genau zuzuhören, bekommt eine Menge zurück. Jedes erneute Durchspielen bringt neue Kleinigkeiten hervor und man wird fürs Durchhalten belohnt.

Finder: Tourdaten

  • 11.03. – Göttingen, Nörgelbuff
  • 12.03. – Nienburg, Kulturwerk
  • 17.03. – Lüneburg, Chandlers Coffee
  • 18.03. – Osnabrück, Big Buttinsky
  • 22.03. – Hamburg, Astrastube
  • 23.03. – Münster, Sputnik Café
  • 31.03. – Stuttgart, ClubCann
  • 01.04. – Bayreuth, Das Zentrum
  • 27.04. – Bremen, Meisenfrei
  • 03.05. – Hannover, Café Glocksee

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