Handyfotos von Lisa Ostheimer, noisiv.de

Sechs Jahre lang war es still um sie. Die Band, die meinen heutigen Musikgeschmack wohl am meisten geprägt hat. Die Rede ist von Fotos. Gerne erinnere ich mich an die Jahre zurück, in denen kein Konzert der Hamburger Band ausgelassen und kein Song nicht mitgesungen werden durfte. Etwas nostalgisch ist es schon, nach einer solch langen Zeit im Fahrstuhl des Uebel und Gefährlich zu stehen und sich auf das Konzert der Band deiner Teenager-Zeit zu freuen.

Nach kurzem Verweilen im Raucherraum geht es auch schon los. Tom Hessler, Deniz Erarslan, Frieder Weiss und Benedikt Schnermann kommen auf die Bühne. Im Schlepptau haben sie einen neuen Drummer. Zwei Schlagzeuge sind auf der Bühne aufgebaut, der Sound wird umso voller. Mit „Melodie des Todes“, einem Song ihres brandneuen Albums „Kids“ eröffnen Fotos den Abend. Das Publikum ist gespannt und begeistert zugleich. Das sieht man in den Gesichtern.

Experimentell sind die neuen Songs. Vor allem „Ozean“, bei dem das ganze Uebel und Gefährlich durch Beamer-Licht in blau und grün gefärbt wird. Es ist unschwer zu erkennen, dass sich im Publikum Langzeitfans befinden, die auf alte Songs hoffen. Diese werden an diesem Abend selbstverständlich noch auf ihre Kosten kommen. Stücke wie „Wasted“, „Komm Zurück“ und „Es reißt uns auseinander“ sind fest in Set verankert und es wird lauthals mitgesungen und getanzt. Sie sind noch die Alten!

Giganten ist der perfekte letzte Song, der nicht nur Erinnerungen, sondern auch Gänsehaut weckt. Doch wer denkt, das wäre es gewesen, hat sich geirrt. „Sterne zu Staub“, mein Liebling aus dem neuen Album wird nach erneutem Betreten der Bühne angespielt. Bei „Nach dem Goldrausch“ wird sogar in den letzten Reihen ausgelassen getanzt.

Die Menge hat immer noch nicht genug. Fotos gehen von der Bühne und der Saal tobt. Tom Hessler gibt dann schließlich nach und kommt mit einer Akustik Gitarre auf die Bühne. Bei „Explodieren“ singen alle so laut mit, dass man seine Stimme kaum noch hört. Einen bessern Abschluss dieser Reise in meine Jugend kann es nicht geben. Danke Fotos, dass ich mich fühlen durfte, als wäre ich wieder fünfzehn. Es war schön mit euch.

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