Die Illegalen Farben aus Köln gehören zu den Bands, für die ich alles stehen und liegen lasse, wenn sie halbwegs erreichbar live spielen. Zu gut ist das selbstbetitelte Album geworden, zu gut sind sie live, zu sympathisch sind sie, um ihnen einen Konzertbesuch abzuschlagen.

Nachdem ich sie im letzten Jahr als Vorband von Love A im Oberhausener Druckluft kennenlernte und im Februar als Lyvten-Support in Essen erlebte, sah ich sie nun am vergangenen Samstag im Druckluft zum ersten Mal als Main-Act. Es kommt also alles zusammen, was zusammen gehört.

Endokard: Die Proberaum-Nachbarn

Minderwertiges Smartphone-Foto: Charles Engelken, noisiv.de

Minderwertiges Smartphone-Foto: Charles Engelken, noisiv.de

Zunächst wollte aber eine mir neue Band kennengelernt werden. Eigentlich sollten Suetterlin spielen, die jedoch verletzungsbedingt absagen mussten. Stattdessen sprangen mit Endokard die Proberaum-Nachbarn der Illegalen Farben spontan ein und zeigten, was sie drauf haben.

Das Trio zeigte Post-Punk, der nur eine Richtung kannte: Immer nach vorne! Mit dem Kopf! Durch die Wand! Kräftige Gitarren-Riffs dominieren den Sound der Band, dazu gesellen sich töftige und ebenfalls sehr präsente Basslines. Die drei Jungs überzeugten und hoben die Stimmung deutlich an, sodass man sich nach ihrem Auftritt und der anschließenden obligatorischen Umbaupause auf die Farben freuen konnte. Endokard sind definitiv eine Band, die man auf dem Zettel haben sollte!

Illegale Farben: Endlich wieder etwas los

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Dann übernahmen die illegal guten Farben das Ruder mit „Wellenland“, dem Closer ihres Debütalbums. Nach diesem eher ruhigen, aber nicht minder schönen, Anfang ging es mit „Wieder raus“ so richtig los. Sänger Thom wurde abermals zum Bühnen-Flummi und agierte mit einer Menge, während er von der Bühne bis zu den Zuschauern praktisch jeden Meter des Venues ablief und so die Blicke der (viel zu wenigen) Konzertbesucher auf sich zog. Der Rest der Truppe vollzog währenddessen einen großartigen Job an den Instrumenten – mit Ausnahme des Intros zum letzten Song „Illegale Farben“, bei dem Thom den Fehler herrlich selbstironisch und sympathisch überspielte. Wieder einmal muss ich übrigens festhalten, dass Jens eine absolute Maschine an den Drums ist!

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Über den Abend hinweg wurde das komplette Album gespielt und mit „Paranoia“ präsentierten sie auch einen neuen, sehr gelungenen, Song. Wir wissen also: Die Kölner bleiben nicht stehen, arbeiten weiter und erste Anzeichen auf ein kommendes zweites Album gibt es bereits. Alleine dieses Wissen versüßt einem den Abend noch mehr!

Grundsätzlich lässt sich einmal mehr festhalten: Die Illegalen Farben live zu sehen, ist etwas, das man sich nicht entgehen lassen sollte! Diese Songs mit diesen Texten von dieser Band vor sich zu erleben, hat etwas besonderes an sich. Die Band hat sichtlich einen Heidenspaß dabei, ihre Songs zu spielen, Thom ist kaum zu halten und ihre schlichte, ehrliche Dankbarkeit ist irgendwie auch herzerwärmend. Am 18. Juni spielen sie in der Bochumer Trompete und ihr dürft gerne raten, wer sich das nicht entgehen lassen wird!

Illegale Farben: Konzertfotos

Danke für die Fotos Rabea Kroppach