Frogcodile

Foto: Bernd Mantz

Vermutlich kennt es jeder Musikfan: Da denkst du, dass du alle wichtigen und dir zugleich musikalisch interessanten Alben schon gehört hast und plötzlich taucht von irgendwo ein unbekannter Künstler oder eine Newcomerband auf. So ist es mir mit Frogcodile aus Wuppertal ergangen, die erst kürzlich ihr zweites Album „Shuffled Pieces_Puzzled Brains“ veröffentlicht haben.

Bei mir sprang nicht nur der ungewöhnliche Name ins Auge, sondern auch die Tatsache, dass mit Markus Kresin ein Musiker bei Frogcodile aktiv ist, der sonst den Bass bei den wundervollen Darjeeling schwingt. Dennoch gibt es einige Unterschiede zwischen den besagten Bands. So schafft Frontmann Dennis Kresin eine Mischung aus unterschiedlichen Rockelementen zu vereinen. Der elektronische Touch etwa bei „Paper House“ erinnert da Trent Reznors Nine Inch Nails, ebenso der erzählerische Gesang bei „Fine Line“.

Dennoch bleibt der Sound von Frogcodile vielschichtig: „Memories of Tomorrow“ versprüht den elektronischen Hauch eines Künstlers wie Caribou, während „Wrong Side“ eher in die experimentellere Schiene eines Radiohead-Songs aus der „Hail To The Thief“-Ära geht. Dagegen klingen „Know“ im Vergleich wie ein leichter Indie-Pop Track und sorgt für Abwechslung in dem sonst düsteren Klangteppich. Ein Highlight folgt mit „Until“, bei dem Dennis Kresin in Begleitung seiner Gitarre für einen der intimsten Momente des Albums sorgt. Je öfter ich Frogcodile höre, desto intensiver bleibt die Stimme von Kresin hängen, die durch Ausdruck und Leidenschaft den Songs ihre Seelen verleiht.

Die schon lang erschienene Single „Craving“ sowie die wundervolle Geschichte des Zinnmanns aus dem Zauberer von OZ „Tin Man“ bilden den Abschluss eines Albums, dass vermutlich zu spät erschien, um sofort in meine Bestenliste des Jahres zu rutschen, aber enorme Qualität besitzt, in den kommenden Wochen in meiner Gunst ganz nach oben zu steigen. Gerade letzterer Song hat enorm viel Potenzial, um Dauergast in meiner Playlist zu werden. Wer experimentelle Musik mit melancholischen Touch mag, der darf sich „Shuffled Pieces_Puzzled Brains“ auf keinen Fall entgehen lassen.

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