Foto: Charles Engelken

Gegensätze ziehen sich an – das war schon immer so und wird auch immer so sein. Fuck Art, Let’s Dance zeigen die Attraktivität dieser Gegensätzlichkeit recht offensiv auf: Moderne Musik irgendwo zwischen Indie-Rock, Dance und Post-Punk, die im vernebelten Club des Vertrauens zum Tanzen auffordert, aber in der Eingängigkeit eben doch nicht so blöd daher kommt, wie in vielen anderen Fällen.

Da passiert es dann auch mal, dass man in besagtem Club zu einem ihrer Songs tanzt, während beispielsweise textlich die nächste Dystopie beschrieben wird. Das war bereits Anno 2014 bei ihrem Debütalbum „Atlas“ ein für sie wegweisendes Stilmittel und wird nun auf „Forward! Future!“ konsequent weiter geführt, ohne dabei jedoch auf bereits verdienten Lorbeeren auszuruhen.

War jenes erste Album eine sehr durchproduzierte und Dance-fixierte Angelegenheit, zeigen sich die vier Hamburger nun deutlich ruppiger und ungeschminkter. Das wiederum begründet sich hauptsächlich in der Aufnahmeart, die dieses Mal gewählt wurde: In vier Tagen wurden alle Songs im Clouds Hill Studio live eingespielt. Das Ergebnis ist ein Album, das sich stark an ihrem bissigen Live-Sound orientiert.

Das wiederum ermöglichte auch den ein oder anderen Song außerhalb ihrer Box: „Vicious Circle“ ist so gitarrengetrieben, wie man es bei ihnen zuvor noch nicht gehört hat, „Field of Our Young Believers“ treibt unheimlich voran und der Titelsong bringt einen mit den fuzzy Synthies direkt auf Betriebstemperatur.

Hinter dem Vorhang der körperbewegenden Gitarren und Synthies sowie der beinharten Drums zeigen sich wieder die eingangs erwähnten Gegensätzlichkeiten: Über bereits angesprochene Dystopien, psychische Höhe- und Tiefpunkte, Gesellschaftskritik, eigene Hemmungen und den eindringlichen Hinweis, dass man auch mal Fehler begehen können muss, werden bewusst Diskrepanzen geschaffen, die andernorts selten (weil schwer auszubalancieren) sind.

Hier aber gehören sie zum zentralen Konzept, mit dem der Kreis, der sich „Fuck Art, Let’s Dance“ nennt, erst wirklich geschlossen wird. Je nach Lebenslage irgendwo zwischen Party und einsamer Melancholie. Dabei gleichermaßen auffällig passend als Soundtrack zum Leben in der hektischen Großstadt, in der alle möglichen Extreme so nah beieinander liegen.

Fuck Art, Let’s Dance: „FORWARD! FUTURE!“-Tour 2017

  • 29.09. – Berlin, Berghain Kantine
  • 30.09. – Hannover, Café Glocksee
  • 05.10. – Leipzig, Werk2
  • 06.10. – Wiesbaden, Schlachthof Wiesbaden
  • 07.10. – Nürnberg, Club Stereo
  • 12.10. – Dresden, Ostpol
  • 13.10. – München, Feierwerk
  • 14.10. – Stuttgart, Kellerklub
  • 19.10. – Würzburg, Cairo
  • 20.10. – Köln, Bumann & SOHN
  • 21.10. – Braunschweig, Nexus
  • 27.10. – Flensburg, Volksbad
  • 28.10. – Hamburg, Molotow

Fuck Art Let’s Dance: Richtig geil im Gängeviertel!

2014 veröffentlichten Fuck Art Let’s Dance ihr bis dato letztes Album „Atlas“. So langsam wird es also wieder Zeit für neues Material. Das wiederum dachte... Weiterlesen →

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