Der Sänger Gabriel Garzón-Montano hat am vorletzten Freitag sein Debütalbum „Jardin“ über Stones Throw veröffentlicht. Zehn Songs, zum größten Teil selbstproduziert. So weit, so unspektakulär. Das Album selbst ist jedoch schon jetzt eines meiner Highlights in 2017.

„Jardin“ – Garten, so heißt das Album. Man mag zwar in keinem der Songs eine Anleitung zum Züchten von tropischem Allerlei im Wintergarten finden; behält man den Titel beim Hören im Kopf, erkennt man dennoch ein gewisses, wenngleich loses, Konzept. Vielleicht ist mit Jardin ja auch der Garten Eden gemeint.

Die Lyrics sind unglaublich feinfühlig, konkret und lassen dennoch Raum – keine Plattitüden in here. Heimlicher Hit der Platte ist „Sour Mango“. Mein Favorit ist jedoch „My Ballon“. Oder doch eher „Fruitflies“?.

A million pairs of feet getting weak,
we’re all so tired of walking but we can’t find the way back home.
Like fruit flies in the breeze ill at ease,
We try so hard to fight it, but we can’t change the way the wind blows.

Can’t find a way back home,
can’t change the way the wind blows.
No we can’t find a way back home.

Gabriel Garzón-Montano – Fruitflies

Man hört dem Album so vieles an: Ein wenig D’Angelo, den Soul von Motown und irgendwo vielleicht sogar eine gewisse Soundcloud-Ästhetik. Vielleicht ist das dieser Neo-Soul. Zumindest ist Gabriel stets nah am Zeitgeist. Viele Soul-Platten können und wollen ihrem Genre nichts neues hinzufügen. Gabriel hat zwar alles eingesogen, aber destilliert aus all den Einflüssen seinen eigenen Sound.

Falls euch die Stimme übrigens bekannt vorkommt: Drake hat Gabriels Song „6 8“ für „Jungle“ gesamplet. Und im Vorprogramm von Lenny Kravitz‘ Europa-Tour konnte man Gabriel Garzón-Montano auch schon bewundern. Solltet ihr von diesem Künstler nun das erste Mal hören: Haltet euch ran! Der wird kein Geheimtipp bleiben.

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