Fotos: Lisa Ostheimer, noisiv.de

Es ist Freitagabend und eine frische Brise weht an der Elbe. Vor dem, am Fischmarkt gelegenen Hamburger Club Golem, warten bereits einige Leute auf den Einlass. Dass ich mich schon lange darauf gefreut habe, Harmony Tividad und Cleo Tucker, besser bekannt als Girpool, erneut live zu sehen, steht mir ins Gesicht geschrieben. Vor drei Jahren hatte ich mich bei ihrem Auftritt im Rahmen des Reeperbahn Festivals in die zwei DIY-Musikerinnen verguckt. Besser gesagt in ihre ungeschliffenen und unkonventionellen Songs.

Nach der Aufwärmung auf den Abend mit Hilfe von Support-Act IAN SWEET, war das Publikum in Stimmung für Girlpool. Harmony und Cleo betraten die winzige Bühne des Golem. Ihre Band hatten sie an diesem Abend nur im Publikum dabei, es sollte also ein gemütlicher Abend ohne Schlagzeug und großes Brimborium werden. „123“ war ein gelungener Opener, die Akustik war erstaunlich gut für das gegebene Setup. „Before The World Was Big“, ein Gilpool-Klassiker, lockerte die Stimmung.

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Schnell stellte sich heraus, dass die selbst ernannten „best big riot friends forever“ keine ausgereifte Setlist hatten. Die logische Schlussfolgerung: Das Publikum durfte Songvorschläge machen. So folgen Stücke wie „Powerplant“ oder „Emily“. Doch so langsam wurde das Gequatsche der beiden Musikerinnen länger, als die Songs, die sie anspielten. Das merkte auch das Publikum und wirkte nach und nach immer verwunderter, was da auf der Bühne passierte.

Nach 40 Minuten Musik und 20 Minuten dazwischengeschobenen Redebeiträgen war das Konzert dann vorbei. Zugabe-Rufe fanden bei Harmony und Cleo keinen Anklang. Enttäuschung über den Verlauf des Abends spiegelte sich in den Gesichtern der Konzertbesucher wieder. Und sicherlich auch in meinem.

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