Jason Lytle, Frontmann der Band Grandaddy, lernte ich durch einen Zufall kennen. Aaron Espinoza (u.a. Earlimart) erzählte mir während seiner Support-Tour von Ben Gibbard in 2012 stolz, dass er gemeinsam mit Jason von der Truppe Grandaddy zurück nach Deutschland kommen wird. Beide spielen in der Supergroup Admiral Radley und sind enge Freunde. Dies führte mich zum damaligen Gig in der Hasenschaukel, wo beide ein Soloset spielten und Jason Lytle Tracks von seinem Soloalbum „Dept. Of Disappearance“ vorstellte. Nun kommt endlich das neue Album seiner Stammband Grandaddy, welches den Namen „Last Place“ trägt und am 03. März veröffentlicht wird.

Der Einstieg mit „Way We Won’t“ und „Brush with the Wild“ erinnert mich sofort an das mir bekannte Soloalbum von Lytle. Die verspielten Synthesizer mit der angenehm sanften Stimme des Frontmanns sind Kernelemente, während die Gitarre die Songs in den Versen nach vorne treibt. „Evermore“ ist wohl einer der Tracks, die eher Richtung Space Rock gehen. Hier wird deutlich, dass die Sphären von Grandaddy fantastisch klingen.

Ich werde später feststellen, dass es nach dem fünften Durchlauf nicht langweiliger wird. Das Album lädt zum Neuentdecken von Aspekten und Klängen in den Songs ein, die man zuvor womöglich überhört hat. Das instrumentale „Oh She Deleter :(“ und „This is the Part“ produzieren Bilder in meinem Kopf von diversen Filmszenen, wo diese Stücke so perfekt die Dramatologie der jeweiligen Szenen getroffen hätten. Ich höre hier eine wunderschöne Melancholie, wie es Radiohead nicht hätten besser machen können.

„Last Place“ ist ein Album mit Überraschungsmomenten. Sei es das nostalgisch daherkommende „That’s What You Get for Gettin‘ Outta Bed“ oder „The Boat is in the Barn“, welches mich stellenweise an Band of Horses erinnert. Das ist bestimmt kein Zufall, dass Lytle deren letztes Album „Why Are You OK“ produzierte. Auch das schnelle und wilde „Chek Injin“ passt prima ins Konzept. Zum Ende folgen mit „A Lost Machine“ sowie „Songbird Son“ ruhige Nummern, die mir die Chance geben, das Gehörte Revue passieren und wie Balsam für die Seele wirken zu lassen.

Man muss zugestehen, dass die von Espinoza angepriesene Band Grandaddy mir bis zu diesem Album ein verborgener Schatz gewesen ist, den ich erst noch entdecken musste. Während Grandaddy ihr Debüt 1997 herausbrachten, kam ihr bis dato letztes Album 2006 heraus, in welchem auch die Trennung der Band folgte. Es dauerte sechs Jahre bis zum Comeback. Die Truhe wurde mit diesem Album für mich aufgestoßen und ich bin gespannt, was mich bei den anderen Scheiben von Grandaddy erwarten wird.

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