Half Girl

„Mit Melodien, eingängig und schön wie in den Sechzigern, aber doppelt so schnell und doppelt so hart, erzählen Half Girl vom Monströsen und der Schönheit des Normbruchs.“ – So steht es in der Bandinfo von Half Girl aus Berlin. Die Band besteht aus Julie Miess, Vera Kropf, Anna-Leena Lutz und Gwendolin Tägert – allesamt bereits in mehreren Bands aktiv (Mutter, Britta, Luise Pop, Die Heiterkeit und Mondo Fumatore) – und veröffentlicht heute am 09. September ihr Debütalbum „All Tomorrow’s Monsters“.

Half Girl - All Tomorrow's Monsters (Album-Cover)

Eingängig sind die Melodien auf den 14 Songs tatsächlich. Sie bewegen sich irgendwo zwischen Surf, Garage Rock und Punkrock. „Girl In A Band“ ist beispielsweise sehr tanzbar gehalten, während „Im Zeichen Des Donald“ vor allem durch die treibende Bridge und die sehr coole Bassline überzeugen kann. Eines haben jedoch alle Songs gemein: Sie sind roh und ungeschönt.

Im Umkehrschluss heißt das wiederum, dass die Songs nicht perfekt ausproduziert sind. Immer wieder gibt es Ecken und Kanten, an denen sich mancher stören mag, während es dem Nächsten gefällt. Ich für meinen Teil sehe das zweigeteilt: Während mich die musikalischen Unperfektheiten nicht stören und eher anziehen, hätte an den uninspirierten Vocals durchaus gefeilt werden können. Oft wirken diese motivationslos, die Stimme von Julie Miess wirkt meist emotionslos und nicht dynamisch genug.

„All Tomorrow’s Monsters“ ist bei weitem kein perfektes Album und das will die Band wohl auch gar nicht. Viel eher zeigen sie Song-Ideen, die spontan kommen, schnell ausgearbeitet wurden und vor allem ihren Spaß an ihrer Musik transportieren. Das dürfte vor allem live auf der Bühne wunderbar funktionieren, denn die ungezwungene Art der Songs dürfte für lockere Tanzstimmung im kleinen Club sorgen. Ohne das Live-Element wird es aber zu einer recht speziellen Angelegenheit, die nicht für jedermann geschaffen ist.

Half Girl: Tourdaten

  • 20.09.2016 – Oberhausen, Druckluft
  • 21.09.2016 – Lüneburg, Anna und Arthur
  • 22.09.2016 – Hamburg, Hafenklang
  • 23.09.2016 – Berlin, Ausland
  • 29.09.2016 – Karlsruhe, Kohi
  • 30.09.2016 – Nürnberg, K4
  • 01.10.2016 – Leipzig, Handstand und Moral
  • 12.10.2016 – Schorndorf, Club Manufaktur
  • 13.10.2016 – Freiburg, Slowclub
  • 14.10.2016 – Kassel, Goldgrube
  • 15.10.2016 – Köln, Privat
  • 16.10.2016 – Offenbach, Hafen 2
  • 11.01.2017 – München, tba
  • 12.01.2017 – Regensburg, Alte Mälzerei
  • 13.01.2017 – Wels, Alter Schlachthof
  • 14.01.2017 – St. Pölten, Vinzenz Pauli
  • 15.01.2017 – Feldkirch, Graf Hugo
  • 16.01.2017 – Innsbruck, Weekender
  • 17.01.2017 – Graz, tba
  • 18.01.2017 – Wien, Rhiz

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