Mit „Havana meets Kingston“ ist ein Album erschienen, das man vielleicht als ein weiteres Projekt des umtriebigen Australiers Mister Savona beschreiben könnte. Die ganze Wahrheit ist dies aber nicht – auch, wenn auf dem Cover allein sein Name prangt. Unterstützt wird er nämlich von einer ganzen Reihe sowohl jamaikanischer als auch kubanischer Musiker, die die Musik beider Inseln in der Karibik miteinander verschmelzen lassen. Best of both worlds also.

Mit dabei sind unter anderem Sly & Robbie, Bongo Herman oder Ernest Ranglin. Erstere sollte man als prominenteste Vertreter der Dub-Musik kennen. Wer mehr über das Ensemble erfahren möchte, kann sich übrigens durch die Galerie auf der schicken Website zum Album klicken! Mit Barbarito Torres hat man zudem ein waschechtes Miglied des Buena Vista Social Clubs dazugeholt. Von diesem Projekt hat man sich übrigens inspirieren lassen:  Das Album entstand als Zusammenarbeit aller Musiker auf ganz organische Weise.

Klingen tut das ganze dann genau so abwechslungsreich, spannend und musikalisch, wie man sich das nun vorstellt. Anhand der Single „Carnival“ wird das deutlich: Der Beat ist eindeutig dem Reggae zuzuordnen. Dazu gesellen sich aber noch Percussion-Elemente, Gitarren-Licks und Piano-Einsätze, die man von der Nachbarinsel kennt. So oder so ähnlich wird das Konzept auf alle 16 Songs ausgeweitet, variiert und ergänzt. Langeweile ausgeschlossen.

Ergänzt werden die Songs durch etliche Vokalisten und weitere renommierte Musiker. Da wären zum einen Randy Valentine, Cali P, Lutan Fyah oder Turbulence, die wohl auch jedem ein Begriff seien sollten, der nur im Entferntesten etwas mit Reggae zu tun hat. Mit Cornel Campbell, Leroy Sibbles und Prince Alla finden sich sogar echte jamaikanische Legenden im Line-Up wieder. Aus kubanischer Sicht sind die Vollblutmusiker Julito Padron, Rolando Luna oder Félix Baloy, der zu Afro-Cuban All Stars gehört, mit dabei.

Mister Savona und Clementine Hechavaria. Foto: Lara Merrington

Am Besten hört man sich das einfach mal selbst an. Um das Ganze wirklich gut in Worte zu fassen, passiert auf dem Album einfach zu viel. Den roten Faden verliert Mister Savona dennoch nie. Vermutlich ist das auch die ganz große Leistung: Bei all den Experimenten und beteiligten Musikern überzeugt „Havana meets Kingston“ mit konsequentem und einheitlichem Soundbild.