Jemand Lust auf ein wenig entspannte Musik, die sich perfekt für laue Sommernächte am Wasser eignet? Dann habe ich was ganz tolles für euch: Heart Ovt! Das sind drei Jungs aus Leipzig, die mit „We Are Not Supposed To Be Lovers“ diese Woche ihre erste EP als CD und Tape herausbringen. Digital kann man sich schon etwas länger ein Bild von dem Trio auf Spotify und Co. machen. Nachdem die drei einzeln eher in verschiedene Hardcore-Projekte verwickelt waren, wenden sie dem nun ein wenig den Rücken zu. Gemeinsam wird dem Indie-Emo-Sound die volle Aufmerksamkeit geschenkt. Und das funktioniert!

Auf der EP kann man als Hörer in sechs Songs mit gut 24 Minuten Spielzeit versinken. Mit dem ersten Song „29“ startet die EP sehr ruhig. Die Instrumente sind sorgfältig aufeinander abgestimmt und die Stimme des Sängers hält sich noch im Hintergrund. Nur gegen Ende des Liedes kommt hier der typische Emo-Screamo-Gesang heraus, wobei mit den Instrumenten die Spannung unterstützt wird. Als nächstes beschreibt „Wasted Time“ die Situation, wenn sich zwei Liebende auseinanderleben bis schließlich keinerlei Interesse an dem gegenüber mehr besteht. Das Ganze kommt bei dem Song aber weder wütend noch traurig rüber, sondern eher wie eine Tatsache mit der man sich abfinden muss. Ganz gegensätzlich zur sonst eher weinerlichen Emo-Attitüde des Genres.

Der nächste Song nennt sich „Home Is Where The Heart Is“ und -naja was soll ich sagen- ein ziemlich ausgelutschtes Thema meiner Meinung nach. Diese Floskel wird mittlerweile in so gut wie jedem Musik-Genre verschwenderisch genutzt. Reizt irgendwie nicht mehr sonderlich. Für mich ein eher schwacher Song auf der EP. Anders hingegen für mich der Song „Four Walls Build The Cage“. Bei diesem Stück gefällt mir besonders gut wie die verschiedene Effekte genutzt werden, wodurch der Song sehr aufgeweckt wirkt.

Es fällt mir wirklich schwer mir eine verständliche Meinung zu der EP zu formulieren. Einerseits verarbeitet die Platte eine Menge interessanter musikalischer Ideen. Diese sprechen sicherlich nur ein bestimmtes Klientel von Musik-Nerds an und ist in keinem Fall besonders massentauglich. Aber Massentauglichkeit steht bei diesem Projekt auch nicht im Vordergrund. Auf der anderen Seite kommt zumindest bei mir einfach kein richtiges Gefühl für die Songs rüber. Mir fehlen Highlights, die das Verlangen aufbringen öfter mal in die EP reinzuhören.

Insgesamt ist es aber ein sehr interessantes Debüt und gerade für Liebhaber des Genres eine nette Überraschung. Bekannterweise sollte sich jeder seine eigene Meinung bilden und ich lege Heart Ovt dem unkonventionellen und weltoffenen Hörer einfach mal ans Herz. Ansonsten eignet sich „We Are Not Supposed To Be Lovers“ aber auch wundervoll als Musik im Hintergrund, wenn es gerade mal ein wenig ruhiger sein darf.

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