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Populärmusik wirkt manchmal ermüdend. Justin Bieber am Frühstückstisch? Geht gar nicht. Okay, geht auch sonst selten. Egal ob aus London, New York oder Vittula: Das anspruchsvolle Ohr dürstet regelmäßig nach Forderndem und Förderndem. Zum Glück gibt es noch Künstler wie Helgi Jonsson, der nun seine neue EP „Vængjatak“ präsentiert.

Der Isländer und Ehemann von Tina Dico hat dieses herrliche Stück Musik komplett auf einem Steinway Piano aufgenommen. Zusätzliche Instrumente braucht der Herr nicht. Auch die sonst favorisierte Akustikgitarre oder die Trombone wurden im Keller zwischengelagert.

Sechs Songs sind auf „Vængjatak“ zu finden, was übersetzt Flügelschlag bedeutet. Im Gegensatz zu älteren Stücken ist die neue EP das wohl ruhigste, aber gleichzeitig auch anspruchsvollste Stück Musik, dass Helgi produziert hat. Vielleicht klingt das ein wenig so, als hätte Chilly Gonzales endlich gelernt zu singen.

Der Vergleich hinkt, aber singen kann der Mann allemal. Man höre sich „This Solicitude“ an, worauf Helgi Jonsson in nahezu falsettartiger Tonlage die Noten trifft wie beim Tontaubenschießen. Sowohl Piano, als auch die Stimme des Protagonisten wurden durch etliche Hall- und Delay-Effekte gejagt. So entstehen auch ohne Synthesizer weite, undurchdringliche Flächen, die zum Träumen aufrufen.

Die Songs sind allesamt kleine Kunstwerke, die am Stück ihre einzigartige Wirkung entfalten. Mein Müsli am Morgen mit Nüssen, Lein- und Chiasamen hat noch nie so gut geschmeckt. Danke, Helgi Jonsson!

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