Hi Tereska

Acht Jahre ist es nun her, dass Hi Tereska ihr letztes Album veröffentlicht haben. Nun war es also wieder an der Zeit sich zusammenzusetzen und am 28. August wird das Ergebnis dessen unter dem Namen „Die Wände weiß gestrichen“ veröffentlicht. Im Groben beschreiben sie ihre Musik als „melancholischen Punkpop“ und diese Beschreibung passt durchaus ziemlich gut auf die zehn neuen Songs.

Hi Tereska - Die Waende weiss gestrichen

Diese Marschrichtung wird bereits mit dem eröffnenden Lied „Planquadrat“ deutlich. Die einsetzende Bassline und das Drum-Pattern bereiten den Ground für die ersten Licks, dann setzt das sehr rhythmische Riff ein und Sänger Christoph fängt an über „diese eine Chance“ zu singen. Sie seien nicht aufzuhalten, sie hätten einen Plan und gingen steil – genauso, wie der gesamte Chorus. Lyrisch verdreht Christoph zwar nicht meine Hirnrinde mit komplexen Textstrukturen, allerdings wirkt seine einfache Ehrlichkeit sehr sympathsich auf mich – Punk darf und muss auch mal einfach sowie direkt sein dürfen, Punkt. „Ist das nicht wunderbar?“. Zufrieden gehen sie schnell nach Haus, ich aber bleibe interessiert dran.

Einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt Hi Tereska mit dem vierten Song des Albums namens „Hadern“. Dem Basser Christian muss man eines lassen: Er weiß, wie man attraktive, sexy und einholende Bass-Lines schreibt und überhaupt haben sie es raus, wie die Schönheit einfacher Riffs erkannt und beherrschen diese; etwas, das hier wieder einmal klar wird. Textlich wird es deutlich kritischer, denn es geht um Meinungsfreiheit, das Anrennen gegen bildliche Mauern, gepaart mit dem Kampf gegen die Ohnmacht. Hier spürt man den Frust in der Stimme klar durchsickern. Sie hadern mit sich selbst, mit den Menschen um sie herum – mit allem, was gerade stinkt und ich finde mich absolut in diesen Worten wieder.

Deutlich ruhiger wird es im folgenden Song „Abschied“. Dieser Song und „Last Exit Hamburg“ zeigen, dass Hi Tereska variabel aufspielen und kreativ sein können, dabei aber ihrer grundlegenden Idee treu bleiben und authentisch rüberkommen. Musikalisch mag man auf dem Album nicht das Herausfordernste und Kreativste hören, trotzdem aber wissen sie, mich mit ihrer Authentizität und ihrer rübergebrachten Leidenschaft zu fesseln. Der Closer „By(e) Kassel“ ist hierfür ein treffendes Beispiel: Ein simpel strukturierter Song, in dem Stimmung aufgebaut wird, die vom Text hervorragend weitergetragen wird.

„Die Wände weiß gestrichen“ ist keines dieser Alben, die direkt ins Ohr gehen und sich dort verfestigen. Stattdessen benötigt es den ein oder anderen Durchlauf, um sich auf die Stimme von Christoph zu kalibrieren und die einfache Komposition wertzuschätzen. Hi Tereska liefern hier ein sehr interessantes und sehr unangepasstes Werk, das sich nicht um aktuelle Konventionen schert, denn lieber drehen sie ihr eigenes Ding und das finde ich sehr sympathisch.

[asa]B00ZSUZ278[/asa]