Fotos: Lisa Ostheimer, noisiv.de

Eine so junge und talentierte Band wie, HIGHS aus Toronto, sprüht voller Energie und Tatendrang. Das ist in ihrem Debütalbum „Dazzle Camouflage“, welches in Deutschland Anfang Dezember erschienen ist, ohne Zweifel hörbar. Mit ihrem frischen Indie-Pop, welcher ein wenig an die jungen Foals erinnert, machen sie Lust darauf mitzusingen und zu tanzen. Eine gute Grundvoraussetzung also für ihr Konzert am 16.12. in der Astra Stube! Umso höher waren allerdings auch die Erwartungen an den Freitagabend. Doch eins bereits vorweg: Ich wurde keineswegs enttäuscht.

Den Abend in der halb gefüllten Astra Stube durfte die fünf Frankfurter NEWMEN eröffnen. Direkt mit ihrem ersten Song, der rein instrumental die musikalische Bandbreite der lässigen Band verdeutlichte, stellten sie ihre Fähigkeiten an den Instrumenten zur Schau. Hier waren ohne Zweifel großartige Musiker am Werk, die auf der Suche nach einem vollen, individuellen Sound sind. Mit ihrem einstündigen Set begeisterten sie die Konzertbesucher und machten neugierig auf mehr. Nach einer kurzen Umbaupause kamen dann auch schon HIGHS auf die Bühne.

Als Opener wählte die Gruppe, die zu fünft kaum auf die kleine Bühne der Astra Stube passte, „Closetalker“ – eine sehr gute Wahl, denn dieser Song ist ein Paradebeispiel dafür, wofür die kanadische Band steht. Großartiger Indie-Gitarren-Sound in Kombination mit treibenden Beats und exzellentem Gesang. Bei „Acting Strange“ sang Karri Douglas inmitten der Fans, tanzte vor der Bühne und strahlte gleichzeitig ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein und Sympathie aus. Definitiv eines der Highlights des Abends! Bei „Handsome Men“ war der Bass so präsent und durchdringend, dass spätestens jetzt das Publikum mittanzte.

Gegen Ende des Sets spielten HIGHS meinen persönlichen Lieblingssong „I Do, Do You?“, bei welchem der Gesang von Doug Haynes die Albumversion fast übertraf. Selbst nach dem Konzert konnte ich den Song nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Anschließend ließ es das Fünfergespann mit „Easy“ etwas ruhiger angehen und sie bewiesen, dass ihnen gefühlvolle und weniger euphorische Songs ebenfalls gut stehen. Ihr letzter Song „Gold Teeth“ war durch den mehrstimmigen Gesang der Bandmitglieder und den finalen Klimax eine großartige Möglichkeit den Abend gebührend abzuschließen. Eine Zugabe gab es trotz Jubelrufe aus dem Publikum leider nicht.

Nach dem Set traf ich zufälligerweise sogar noch Karrie Douglas auf der Damentoilette und wir redeten über das Konzert, die Tour der Band und den Support von Fans. Alles in allem haben mich HIGHS mit ihrem erfrischendem Indie-Pop, ihrer Leidenschaft zur eigenen Musik und ihrer Freunde daran, ihre Songs live zu spielen, komplett umgehauen. Ihr Album läuft seit dem Konzert täglich bei mir rauf und runter und ist aus meiner Musiksammlung nicht mehr wegzudenken. Es ist an der Zeit die Hosen runterzulassen: HIGHS in der Astra Stube haben mir mein Konzert-Highlight 2016 bereitet und mich restlos begeistert!

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