Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Nach zwei EPs und einem Mixtape veröffentlichten Ho99o9 im Mai diesen Jahres endlich ihr erstes Album „United States Of Horror“. Ende 2017 kamen sie auch endlich nach Hamburg, um dort der Crowd im Hafenklang ordentlich einzuheizen. Dafür wiederum sind sie populär geworden: Ihre Live-Shows sind ein energiegeladener Schweineritt, unglaublich intensiv und abseits jeglicher Konvention. Auch das Konzert in Hamburg sollte da keine Ausnahme sein, doch dazu an entsprechender Stelle mehr.

Als Support eröffnete der Hardcore-Punk-Rapper NAH. Bereits sein Auftritt war reichlich unkonventionell, was sich direkt zu Beginn zeigen sollte. Zunächst betritt seine Tänzerin die Bühne, räkelt sich dort reichlich auffällig und bricht dann auf selbige. Gut, so etwas sieht man tatsächlich nicht jeden Tag. NAHs Hardcore-Rap ist dann ganz okay und durch die kräftigen Drum-Lines recht treibend, aber doch nicht so recht mitreißend.

Ho99o9 rütteln dann alle im Hafenklang kräftig wach. Die Meute fängt sofort an zu pogen, es geht mächtig heiß her. Die Mischung aus Hip-Hop, Industrial-Sounds und Hardcore-Punk-Attitüde zeigt ihre volle Wirkung. Die Tracks bohren sich in den Kopf hinein, das lautstarke Live-Drumming treibt alle von vorne bis hinten an.  Die Energie, die an diesem Abend im Hafenklang vorherrscht, ist beeindruckend und mitreißend, zwischendurch hängt Eaddy von der Decke und auch NAH kommt nochmal auf die Bühne zurück.

Die Temperatur steigt, das Eaddys Kriegsbemalung ist zum Großteil längst vom Gesicht getropft. theOGM lässt sich am Ende noch von der Crowd von der Bühne tragen. Zu diesem Zeitpunkt haben wir im Hafenklang ein wüstes Konzert der Extraklasse hinter uns: Ungefilterte Energie und Aggressivität machen die Gruppe sowohl auf der Platte, als auch auf der Bühne aus – bis hin zu einem Ausmaß, das man nicht vergessen wird. Ho99o9 ist schlichtweg die bessere Punk-Band, als die allermeisten „tatsächlichen“ Punk-Combos.

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