Homeboy_Sandman_-_Kindness_for_Weakness_-_Low-Res-Cover

Bildquelle: SureShot Promotions

Was sehen wir auf dem Cover zu Homeboy Sandmans neuestem Werk „Kindness For Weakness“? Einen stilisierten Kopf, der in bunten Farben kotzt. Kunst kann manchmal ziemlich banal sein. Dabei drückt das Bild doch ziemlich genau das aus, was auf dem Album passiert: Der Sandmann ist angepisst und kotzt sich aus.

Genug des post-pubertären Zwangsvulgarismus. Der Queens-Native ist schließlich einer dieser Rapper, die, zumindest für mich, stets für die ganz große Kunst standen. Das Label Stones Throw ist schließlich nicht irgendein Hobby-Projekt, sondern die Geburtstätte von mehr Klassikern, als in Dein Billy-Regal passen würden.

Wenn nun ein neues Album erscheint, wird das den Künstler zwar nicht in die Billboard-Charts bringen, aber zumindest in die Gehörgänge einer nicht zu unterschätzenden Menge an Nerds, für die nicht YouTube-Klicks, sondern Samples und Drum-Patterns ausschlaggebende Kaufargumente bilden.

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Homeboy_Sandman_1_by_Brad_Hasse

Foto: Brad Hasse

Der erste Song des Albums „Heart Sings“ bildet dann auch bereits ein erstes Ausrufezeichen. Dopes Sample und dope Lyrics. Jede der wohldosierten Zeilen eine Punchline: „If it ain’t funny, i don’t laugh“.

Danach „Eyes“. Was ein Brett. Und wie Homeboy Sandman darauf abliefert ist schon krass [AnnenMayKantereit-Voice]. Diese hypnotische Bassline und der Synthie im Refrain tun ihr übriges, um Genicke zu brechen. Natürlich könnte ich jeden der wirklich unterschiedlichen Songs hervorheben. Mach ich aber nicht, sondern beschränke mich drauf noch „Talking (Bleep)“ mit Edan vorzustellen. Ach, seht euch einfach das Video an:

Und ebenso kurzweilig sind die folgenden Stationen. Zum Beispiel „Keep It Real“, mit einem Beat, der ebenso den Beatnuts ganz hervorragend zu Gesicht stehen würde. Oder wenn Homeboy auf „Sly Fox“ von einem Mädel berichtet. Man hängt ihm an den Lippen und hört einfach zu, was der Onkel zu erzählen hat.

Dabei steht ebenso die Musik im Vordergrund, wie der oft bloß mäßig gelaunte Protagonist. Aus dem Gemisch entsteht ein überdurchschnittlich gutes Rap-Album, das besonders mit seinen verspielten Instrumentalen zu überzeugen weiß, und natürlich den häufig lakonischen Texten Homeboy Sandmans. Ein schöner Gegensatz, der nicht jeden, mich dafür umso mehr, zu überzeugen weiß. Das ist Kunst!

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