Gut zwei Jahre ist es her, da wir alle vom Debütalbum „Trivia About“ der Hamburger Honeyheads gehört haben könnten. Ich habe es und umso mehr freut es mich, wenn an mich herangetragen wird, dass ich ein Gutes mit diesem Beitrag leisten kann. Die Honeyheads haben nämlich ein neues Album namens „Live at Wimbledon“ am Start und versuchen es auch auf Langspielplatte zu veröffentlichen. Dazu gleich mehr.

Wer die Honeyheads nicht kennt und dem Tipp folgen möchte, der wird vielleicht wahrnehmen, dass das Album diesen Stils perfekt zum Frühlingsanfang veröffentlicht werden möchte. Im näheren Umfeld nennt man das Knospenbeschallungstaugliche da „Twee-Pop“, ich möchte aber mal einen Versuch wagen, es zu übersetzen: Was ihr da hören könnt, ist Sonnenschein erfordernder Endorphinpop in Dur, dessen Rhythmus euch das Sitzen verbieten soll und dessen Gitarre klingt, wie die Grashalme klingen könnten, wenn sie unter euren Füßen wieder gen Himmel schnellen. Halt so pling pling und so. Sehr verspielt und unterhaltsam, erheiternd. Passend zu dem Anlass wurde vor wenigen Tagen ein Video zu dem Lied „Funeral Joe“ veröffentlicht.

montag_honeyheadsDie Sache hat bis jetzt nur einen Haken: Auf was greift man zurück, wenn man als Musikschätzender denkt, dass CDs nur der Verpackungsmüll für MP3s sind, und die sowieso des Teufels Werk sind? Richtig, auf die guten alten Rillen in Mamas altem Küchenbodenbelag, die Polyvinylchlorid-LP. Leider wissen zu wenige um die asbestialischen Folgen der MP3s für ihr Gehör und Musikempfinden und konsumieren sie häufiger, weshalb eine Pressung relativ teuer ist. Im konkreten Fall der Honeyheads erfordert die Auflage einen Preis von 1500 Euro. Deshalb rufen unter anderem sie dazu auf, per Crowdfunding zu helfen, den Preis für die Vinylpressung aufzubringen. Das Gute: bereits mehr als die Hälfte, nämlich 832 Euro, sind bereits fest zusammengekommen, wenn alle zugesicherten Zahlungen eingetroffen sind, werden es sogar schon 1065 Euro sein. Es werden also noch einige Euros gebraucht, aber die Ziellinie ist bereits ins Sicht. Deshalb wird um weitere Spenden gebeten, „die – wie immer beim crowdfunding – natürlich nicht ohne gegenleistung bleiben.“ (Lennart Thiems – Honeyheads). Dass dieses Album veröffentlicht wird, muss auf jeden Fall erreicht werden. Unterstützen könnt ihr das Projekt hier.

Obacht,  jetzt wird’s nostalgisch.

Lennart und Martina von den Honichhüten widmen ihre Zeit und ihr Geld nämlich für etwas, dass man den Großvater ausm Kriech für die Bloggesellschaft bezeichnen muss. Ein Fanzine!
Ein Fanzine ist nichts weiter, als die haptische Version eines der vielen Blogs, in Papierform, fanorientert und besonders liebevoll gestaltet. Ausm Kriech deshalb, weil es einmal ein Mittel war, sich in weniger öffentlicher Musik weiter zu bilden, die Undergroundhelden zu beweihräuchern und gegen die Mainstreamkultur zu stellen. Ohne Internet, Gott bewahre, waren die Wege aber beschwerlicher, weil sie tatsächlich noch welche waren, und die Auflagen waren so gering, der Streukreis so klein, dass man nicht selten nur den eigenen Freundeskreis plus Bekannte beliefern konnte.
Und so etwas wird am 29.03. veröffentlicht; das Fanzine „Transzendieren Exess Pop“ #3.

Transzend

Es beinhaltet eine Menge Informationen, Bandvorstellungen, Bandkritiken und Auseinandersetzungen mit der Musik, der Industrie und der Netzwerkgemeinschaften. Den Lesegenuss runden Zeichnungen und Fotos ab und textbegleitend gibt es einen Sampler mit Musik von Bands, von denen ihr garantiert nicht mehr als drei kennt. Ich habe versucht, mir einen Teil der CD anzuhören. Was ich fand, verdient ein Unterstellen unter dem Dach der transzendenten Popmusik, aber es war zu wenig, so dass ich mir dieses Fanzine auf jeden Fall bestellen werde. Die Honeyheads sind nämlich auch drauf!

Unterstützt solche Fankulturen!

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