Huck Blues: Live im Molotow, Hamburg

Bis vor nicht allzu langer Zeit war er mir noch gar kein Begriff: Sebastian Kiefer alias Huck Blues. Erst vor kurzem wurden Augen und Ohren auf ihn gelenkt und siehe da: Das ist ja richtig gut! Seit einer Woche ist nun auch das Debütalbum „Für Chopin“ draußen und dazu gab er mit seiner Live-Band ein Release-Konzert im kuscheligen Karatekeller des Molotow. Was macht der geneigte Schreiberling (also ich)? Natürlich lässt er (also ich) sich das nicht entgehen!

Konzerte im Karatekeller fangen immer sehr spät an – üblicherweise nicht vor 00:30 Uhr. Nach der Arbeit also fix nach Hause, überhastet etwas reinschaufeln und wieder los. Ich fühlte mich fit – nicht. Eigentlich wäre ein Abend auf der Couch nötig, um den Akku wieder aufzuladen, aber egal! Konzert ruft, ich pilgere hörig hin.

Huck Blues: Live im Molotow, Hamburg

Verhältnismäßig früh geht es kurz vor Mitternacht im Karatekeller los. Huck Blues betreten die winzige Bühne, auf die sie sich irgendwie zu sechst quetschen und dann geht es auch schon los. Da rauscht einem energievoller, leidenschaftlicher Americana mit spürbarer Punk-Kante entgegen. Dazu die raue Whiskey- und Kippenstimme des Protagonisten. Ich weiß bereits jetzt: Das Hinschleppen lohnt sich!

Huck Blues: Live im Molotow, Hamburg

Huck Blues spielt mit seiner Band einen Großteil seines Debütalbums – unter anderem „Bukkake Nightmare“, „Dead and Gone“ und meinen persönlichen Favoriten „Chain Gang“. Musik mit Herz und Seele, Hand und Fuß – mehr Pathos muss ich wohl nicht unterbringen, um zu verdeutlichen, dass es ein tolles Konzert in familiärer Atmosphäre war.

Zwischen den Songs: Lange Ansprachen, Witze mit und über Rookie-Records-Boss Jürgen Schattner sowie über den mitgebrachten Merch („Wir haben sogar einen Kleiderbügel dabei! Einen!“). Sympathisch sind sie durch und durch; irgendwie auch ein wenig zerstreut. Apropos: Eine Setlist? Fehlanzeige. Zwischen vielen Songs sprechen sie sich kurz darüber ab, was sie als nächstes spielen. Es kommt das Gefühl des Ungeplanten rüber und irgendwann grinst man nur noch vor sich her.

Viel zu früh war das Konzert vorbei. Klar: Da ist eben nur ein Album, das gespielt werden kann. Im Ernst: Das hätte auch noch mindestens eine weitere Stunde lang gehen können – ich hätte mir das mit Wonne angeschaut. Ab Anfang Dezember sind sie wieder auf Tour und das sollte man sich nicht entgehen lassen!

Huck Blues: Live im Molotow, Hamburg

Alle Fotos vom Release-Konzert von Huck Blues

Huck Blues auf Tour (mit Band)

  • 02.12.16 – Jena, Kassablanca
  • 10.12.16 – Berlin, Bar Bobu, ohne Eintritt
  • 16.12.16 – Karlsruhe, Alte Hackerei
  • 05.01.17 – Berlin, Wild At Heart
  • 19.01.17 – Köln, Sonic Ballroom
  • 20.01.17 – Freiburg, Great Räng Teng Teng
  • 21.01.17 – Crailsheim, 7180 Bar
  • 22.01.17 – Tübingen, Münzgasse
  • 27.01.17 – Schwerin, Angler II

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