So Freunde, jetzt ratet doch mal anhand des EP-Covers, was I Salute für Musik macht. Naaa?

I Salute - To Nothing But YouAphex Twin-mäßiges Gefrickel? Minimal-Gedudel? Vielleicht etwas Indietronica? Oder mehr so Drone? Genau, I Salute macht deutschen Rap. Hätte ich jetzt so auch nicht unbedingt erwartet. backDenn so spannend die hiesige Hip Hop-Szene derzeit auch ist, so ähnlich sind sich dann doch die Künstler in ihrer Inszenierung, Namensgebung, Gestaltung. Aber schon in der letzten Hochzeit des Genres ’98 wusste Eizi Eiz, dass „jeder Fuchs weiß, dass ähnliche Garderobe heute leider nicht mehr Schutz heißt, deshalb schnupper‘ ich – was befindet sich darunter?“ und ebendies sollte man auch bei I Salute tun.

Der junge Berliner schafft es auf seiner 4-Track-EP, die gängige Herangehensweise an deutsche Rapmusik von Grund auf umzukrempeln. Er gibt seinen hochmodern klingenden Elektro-Beats viel Raum, stellt sie in den Vordergrund, lässt experimentelle, instrumentale Songabschnitte gerne zu. Und dazu soll man rappen? Das schafft I Salute ebenfalls mit Bravour. Sehr eloquent findet er das gesunde Mittelmaß zwischen Verschrobenheit und klarer Ansage. Man hätte sich hier und da vielleicht sparen können, übers FIFA-Spielen und Noch-einen-rauchen zu texten, aber wer will schon Authentizität verdammen? Denn trotz aller Experimente keept er es real, fröhnt den Wurzeln des Genres und hat ein paar anständige Vocal-Cuts auf der Platte.

„To Nothing But You“ ist zwar erst das erste, viertelstündige Lebenszeichen von I Salute, aber die Richtung, in die er geht, hat er mehr als klar gemacht. Abseits der Hauptstraßen und Trampelpfade hat er seinen ganz eigenen Weg gefunden, den hiesigen Hip Hop zu verstehen und umzusetzen. Eine kleine, feine Revolution ist hier geschaffen worden. So anders hat die Republik Rap noch nie gehört. Dafür ist I Salute höchster Respekt zu zollen – we salute to nothing but you, Digger!

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