Foto: Marlon Maame

Vor fast genau einem Jahr erschien das Debütalbum von Serious Klein: „You Should’ve Known“. Zu behaupten, dass dieses am Puls der Zeit produzierte Album gut ankam, ist untertrieben. Serious Klein rannte damit offene Türen ein und verschaffte sich sowohl dies- als auch jenseits des großen Teiches Gehör. Zeit, dieses brachiale Stück Zeitgeist auf die Bühnen zu bringen!

Ende des Monats geht der Rapper aus Oer-Erkenschwick auf Tour und macht am 05. Dezember Stopp im Hamburger Waagenbau. Wir haben die Gelegenheit genutzt, um Serious ein paar Fragen per Mail zu schicken. Vorhang auf, für den spannendsten Deutschrap-Export dieser Tage!


Erstmal das Triviale: Was hat sich für dich seit deinem Album „You Should’ve Known“ für dich geändert? Fühlst du dich angekommen in der Szene?

YSHK hat sowohl national als auch international Recognition und Gehör bekommen, manchmal nimmt man das selbst nicht so wahr, was für eine Wirkung das auf Zuhörer, Mitmenschen, und die Industrie hat. Es war definitiv ein großer Schritt nach vorne, aber komplett angekommen fühl ich mich noch nicht.

Mittlerweile wirst du in fast jedem Artikel als „Deutschlands größtes Rapversprechen“ betitelt. Erzeugen solche Superlative Druck oder fühlst du dich einfach bestätigt?

Der Titel ist definitiv eine große Ehre für mich, aber Druck mache ich mir deshalb null. Wenn dann mache ich mir selbst eine Art Druck, um das zu toppen, was ich vorher gemacht hab. Das Ganze findet aber alles noch in produktiven und positiven Maßen statt.

Mir fällt es auch aufgrund von politischen, gesellschaftlichen Problemen immer schwerer, mich mit Oberflächlichem zu beschäftigen. Wie gehst du mit Themen wie Trump, Erdogan, dem Anschlag in Halle oder humanitären Katastrophen um? Hat das Einfluss auf deinen kreativen Schaffensprozess oder blendest du sowas komplett aus?

Klar sind das Themen die mich beschäftigen, sie sind nicht zu ignorieren und all over the News, dementsprechend wird dann auch das eine oder andere Thema in meiner Musik thematisiert bzw. verarbeitet

US-amerikanischer Rap hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Es gibt immer mehr Facetten und die Qualität steigt. Acts wie The Underachievers, Denzel Curry oder JPEGMAFIA haben sich nach meiner Einschätzung fest etabliert. Es gibt einen Platz für anspruchsvollen Rap. Siehst du das ähnlich? Und falls ja, pusht dich diese Entwicklung? Hast du das Gefühl, du profitierst davon?

Definitiv, Musik ist viel offener geworden, hinsichtlich des Sounds, der Themenwahl oder der Art des Raps. Ich denke das verdanken wir Plattformen wie Youtube, Spotify und Apple Music. Es gibt beispielsweise für jede art von Musik eine Playlist, die einen automatisch tausende von Menschen erreichen lässt. Das ist für mich und meine Musik natürlich sehr gut.

Rap-Shows sind häufig langweilig, ganz gleich, ob von deutschen oder US-amerikanischen Rappern. Was können Fans von deinen Shows erwarten?

Live Shows sind mir sehr wichtig, da man dort den Fans quasi mit einer starken Performance seinen Dank für den Support ausspricht. Mir ist es extrem wichtig die Crowd zu entertainen, eine gute Zeit mit jedem Anwesenden zu haben und ein Gefühl von Dazugehörigkeit zu vermitteln. Deshalb kann man von mir viel Energie und und viel Herz erwarten.


FOREVER LIVE TOUR

30.11. München, Folks! Club
02.12. Dortmund, FZW Club
04.12. Berlin, Urban Spree
05.12. Hamburg, Waagenbau
06.12. Köln, Yuca