Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Ich bin ganz ehrlich: Zu meinem Lieblingsclub wird es das Logo in diesem Leben nicht mehr schaffen. Trotzdem lande ich der coolen Bands, die in dem Laden auftreten, immer wieder dort. Zuletzt beispielsweise für die Melodic-Punker von Idle Class, die an diesem Abend den Support für die Hardcore-Punk-Veteranen H2O aus New York übernahmen. Die Münsteraner sah ich zuletzt vor fast einem Jahr im Oberhausener Druckluft und in diesem Jahr soll es der letzte Auftritt in Hamburg sein.

Also Sack und Pack mitgenommen, ab ins Logo, gemerkt, dass ich meinen Kameraakku zu Hause vergessen hab, fix mit dem ÖPNV nach Hause und zurück eilen und Idle Class zusehen, die schon mitten in ihrem Set sind. Wie immer ist die Energie, mit der sie auf der Bühne abgehen, beispielhaft. Die Herren haben Bock auf das, was sie machen, springen umher und verbreiten gute Laune in der Crowd. Mein persönlicher Favorit war wieder einmal das wunderbar atmosphärische „Worn Out Shoes“.

Anschließend dann H2O. Die Crowd dreht vom ersten Song völlig durch. Frontmann Toby Morse lädt die Zuschauer ein, auch auf die Bühne zu stürmen – Hardcore eben. Old-school Hardcore-Punk, um genauer zu sein. Die Musik geht mit den kurzen, aber prägnanten, Tracks gnadenlos nach vorne, entzieht sich jedoch jeglicher Breakdowns und ähnlicher stilistischer Mittel, die zeitgenössischen Hardcore oft in die Bedeutungslosigkeit zerrt. Das ist Hardcore-Punk, wie er leibt, lebt und sein sollte.

Da geht es nicht unbedingt darum, das letzte Quäntchen Toughness rauszuholen und besonders heavy zu sein. Stattdessen geht ihnen um die pure „be yourself“-Einstellung, ohne einem Status Quo zu folgen. Das wiederum ist schon wieder fast erfrischend und kommt sichtlich gut an: Da fliegen die Leute ständig von der Bühne in die Menge, Crowdsurfing ist eine der Normalitäten. So darf ein Konzertabend sein! Zwei tolle Bands heizen ordentlich ein und bringen die Zuschauer zum Kochen!

Fotogalerie: Idle Class

Fotogalerie: H2O

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