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Konzertfotos: Jasmin Reckers, noisiv.de

Kein Wunder, dass man in einer Provinz wie Münster nicht allzu viel zu erleben hat. Um diesem Trott ein Ende zu setzen, wurde 2011 Idle Class ins Leben gerufen. Und das kann sich hören lassen!

Alle fünf haben zuvor in anderen Bands gespielt oder tun es immer noch. Tobi, Josua und Stefan hatten eine gemeinsame Band und schnappten sich Benny. Als Daniel der Liebe wegen von England nach Deutschland zog, wurde auch er direkt in der Klasse aufgenommen. Gekannt haben sie sich vorher schon oder zusammen in WGs gelebt.

Auf dem Oakfield Festival habe ich die Jungs zum Interview getroffen. Josua war zu der Zeit allerdings nicht mit von der Partie, dafür hatten sie aber Felix als Aushilfs-Gitarristen an Bord.

Bereits ein halbes Jahr nach der Gründung wurde 2012 die EP „Stumbling Home“ veröffentlicht. Damit haben Idle Class voll ins Schwarze getroffen, denn schnell ging es mit Größen wie Anti-Flag oder Taking Back Sunday auf Tour. Damit war dann auch der Einstieg ins Interview klar!

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War das Glück oder hattet ihr Connections aus euren vorherigen Bands?

Benny: Wir haben da angerufen! (alle lachen)

Tobi: Teilweise war es wohl eher dadurch bedingt, dass Stefan und ich viele Konzerte in Münster gemacht haben, dadurch kannte man natürlich auch einige Booker. Da haben wir die Connections schon ein bisschen mitnehmen können, um auch solche Shows spielen zu können.

Wie seid ihr zu eurem Bandnamen gekommen?

Benny: Das ist eigentlich ein Filmtitel von Charlie Chaplin, aber abgesehen davon, dass der Name für uns Sinn ergibt und ein schöner Wortlaut ist, steht dahinter sich einfach nicht zu ernst zu nehmen. Und wir haben halt einen Namen gebraucht…

Ihr hattet erst ein Plattenlabel im Ausland und seid dann zu Uncle M gewechselt, war das eine bewusste Entscheidung?

„Mit KMPFSPRT ist das in Ordnung, denn da trinkt man nicht so viel und die können halt nix am Brett.“

Stefan: Das war im Endeffekt so, dass Emil, der vorher unsere Platten in Schweden gemacht hat, einfach zu busy war, weil er das noch neben seinem normalen Job gemacht hat. Da Uncle M schon vorher unsere Promo gemacht hat, hatten die dann Bock drauf und wir eben auch und dann war das ganz schnell geregelt.

anorak., Idle Class und Coppersky: Zu dritt ist immer besser! (Konzertbericht)

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Ihr geht im Oktober mit KMPFSPRT auf Tour, wo ihr sechs Konzerte an sechs aufeinanderfolgenden Tagen spielen müsst. So was gab es ja sicher auch schon vorher, aber wie anstrengend ist das eigentlich?

Benny: Mit KMPFSPRT ist das in Ordnung, denn da trinkt man nicht so viel und die können halt nix am Brett (alle lachen). Aber ja, das ist schon anstrengend irgendwo. Aber andere Bands gehen halt einenn Monat lang oder länger auf Tour. Auf der anderen Seite bist Du aber nach ein paar Tagen eingespielter, von daher wird das vom Spielerischen immer besser, vom Körperlichen baust Du natürlich ab.

Stefan: Ich sag mal, wenn du 10-14 Tage tourst, dann trinkst Du jeden Abend Alkohol, aber wenn Du drei Monate auf Tour bist, dann schießt man sich nicht jeden Abend ab, da bist Du vielleicht ein bisschen entspannter.

Aber bei sechs Tagen kann man schon jeden Tag Alkohol trinken?

Stefan: Ja, ja klar!

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Was hat euch dazu bewogen heute auf dem Oakfield Festival zu spielen?

Benny: Datt Geld!!!

Stefan: Eigentlich war das so, dass ich mit meiner anderen Band unterwegs war und dort mit Christians Band [Oakfield-Verantwortlicher, Anm. d. Autorin] zusammengespielt habe. Da haben wir darüber gesprochen und wir hatten da beide Bock drauf.

Benny: Mittlerweile bekommen wir ja auch Anfragen von Festival-Veranstaltern, und wenn wir da Zeit und Bock haben und die Gage passt, muss man halt abwägen. Am Wochenende hat man ja meistens Zeit.

Ich habe bei Instagram gelesen, dass ihr etwas kleines, feines Neues plant, mögt ihr mir mehr dazu erzählen?

Stefan: Da dürfen wir aber noch nicht drüber reden!

Aber vielleicht was kleines?

Stefan: Nein, das ist schon etwas Größeres.

Benny: Eigentlich haben wir da nur Anteil dran.

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Also macht ihr irgendwo mit?

Benny: Wir machen irgendwo mit, genau!

Stefan: Ja, so kann man das stehen lassen.

Benny: Das ist halt so ein Gruppendings, ein Rudelbums… hat mit Uncle M zu tun und noch anderen Bands.

Stefan: Jetzt ist auch gut! Jetzt ist auch gut!

Okay, lassen wir uns einfach überraschen, ich bin gespannt! Benny, Du bist offenbar das Objekt der Begierde, wenn es darum geht, das „fertig sein“ bei Instagram zu präsentieren…

Benny: Das sieht halt witzig aus!

Stefan: Bennys Haare sind lustig.

Idle Class - The Sound of Glaciers Calving

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Da wir gerade bei Social Media sind: Was glaubt ihr, wie wichtig Instagram, Facebook & Co für Bands sind?

Tobi: Extrem wichtig! Es ist ja einerseits eine Chance als kleine Band relativ viele Leute zu erreichen, da muss man sich dann schon laufend Gedanken machen, was machst Du wo… Und ich versuche gerade Twitter zu verstehen und den Sinn dafür für unsere Band.

„Ich versuche gerade Twitter zu verstehen und den Sinn dafür für unsere Band.“

Aber wir machen das auch sehr häufig wenn wir mit anderen Bands spielen, dass wir die mit reinnehmen, weil es denen natürlich auch ein Stück weiter hilft. Im Endeffekt ist es ja eine riesige Community, was auch besonders auf Festivals besonders schön ist, an so Tagen wie heute, wenn man mit vielen Freunden zusammen abhängen kann…

Benny: Und Abramowicz!

Ihr macht ziemlich viel selbst, Josua ist zum Beispiel für das Artwork zuständig und Stefan, Du machst das Booking.

Stefan: So lange man alles irgendwie noch selber bewältigt kriegt, ist das einfach immer schöner das in der eigenen Hand zu haben. Aber manchmal wäre Entlastung echt nicht schlecht, wir haben alle so ja noch genug um die Ohren. Aber mal gucken, wir strecken die Fühler noch ein bisschen aus.

Ich danke euch für das unglaublich witzige und nette Interview und die derbe Party danach! Ich wünsche euch alles Gute und bin mir sicher, dass auch die großen Festivals nicht mehr lange auf sich warten lassen! Jetzt erst Mal viel Spaß mit KMPFSPRT auf Tour!

Idle Class beim Oakfield Festival

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