Idle Class 01

Am vergangenen Freitag veröffentlichten die Münsteraner Punker von Idle Class ihr zweites Album „Of Glass and Paper”, das ich hier im Blog bereits rezensierte. Passend zu diesem Release sind die Jungs derzeit auf Release-Tour unterwegs, die sie unter anderem auch ins Hamburger Molotow führte. Passenderweise mache ich gerade im hohen Norden Urlaub, insofern schaute ich also einfach mal vorbei. Wie ich das Konzert daher empfand, könnt ihr in den folgenden Zeilen nachlesen.

Im Molotow

Molotow Nobistor

Im letzten Jahr zog das Molotow ans Nobistor. Die alte Location habe ich zu meinem Leidwesen nie kennengelernt, allerdings ist die neue Niederlassung eine sehr Gelungene. Idle Class traten am Dienstag in der Sky Bar des Ladens auf – einem sehr kleinen und schmucken Floor. Richtig heimelig ist es dort und eine schöne Clubatmosphäre, wie ich mir sie lobe, wird ebenfalls versprüht.

Eintritt war ab 20 Uhr. Üblicherweise bietet das Molotow auch eine Garderobe, wie ich mir von Tim und Babak versichern ließ – komischerweise allerdings nicht an diesem Abend. Persönlich bin ich kein Fan solcher Mal-so-mal-so-Handhabungen – gerade dann, wenn Fans auch mal von etwas weiter weg anreisen, um ihre liebste Band zu sehen. Entweder/Oder, nicht anders sollte es sein. Alternativ fänd ich es schön, wenn die Clubs dieser Welt mal auf ihren offiziellen Webseiten vermerken würden, ob man am jeweiligen Abend eine Garderobe hält und damit meine ich nicht nur das Molotow.

Wie dem aber auch sei – ich will nicht zu viel meckern, denn an und für sich finde ich das Molotow so schon sehr sympathisch, zumal mir die sehr nett aufgelegte Barbelegschaft zusprach auf meine Arbeitsutensilien aufzupassen – dickes Danke dafür an dieser Stelle nochmal!

Rivershores machen den Anfang

Rivershores 01

Als Opener traten dann Rivershores auf. Kräftiger Punk wurde den Zuschauern geboten und mir fiel vor allem das kreative und abwechslungsreiche Drumming auf. Generell wussten die Songs zu gefallen und sie erschienen mir auf diesen ersten Live-Eindruck auch sehr gut strukturiert und rhythmisch exzellent für eine so junge Band, die Anfang nächsten Jahres übrigens ins Studio will.

Rivershores 02

Bert spielt jetzt auch Gitarre

Auffällig war ebenso die Aufstellung der Band. Ich mag es, wenn Bands sich mal Gedanken machen, hier und da ein bisschen anders sind und das fängt schon damit an, wie man sich auf der Stage hinstellt: Der Sänger stand von uns aus gesehen links, während der Basser in der Mitte abging. Solche kleinen Dinge finde ich persönlich sehr nett und sie wecken mein Interesse. Nicht nur deswegen kann ich aber auf jeden Fall sagen, dass man Rivershores auf dem Zettel haben sollte, denn das Potential ist definitiv da.

Idle Class zeigen die neuen Songs

Idle Class 02

Nach dem ca. 30-minütigen Set von Rivershores und einer anschließenden, sehr kurzen, Umbaupause legten dann auch Idle Class los. Es sei das sechste Mal für sie in Hamburg, allerdings der erste Auftritt als Main-Act in der Hansestadt. Passend dazu und zur Veröffentlichung ihres neuen Albums waren die Jungs ausgespochen gut gelaunt und spielfreudig – das aber sind sie sowieso immer und es ist etwas, dass sie live ausmacht.

Viele der gespielten Songs entstammen „Of Glass and Paper”, wie es eben auf einer Release-Tour meistens der Fall ist, wobei aber natürlich auch ältere Lieder zum Besten gegeben wurden. Den Anfang machte dann auch gleich der Opener der neuen Platte „The Drama Continues”, welches ein hervorragendes Stück ist, um ein Set zu beginnen, da es direkt den Weg ebnet für das, was noch kommen würde. Danach folgte mit „Han Shot First” einer der älteren Songs. Egal, ob alt oder neu – die Stimmung war immer gut, die Spiellust merklich vorhanden und auch das Publikum hatte eine gute Zeit.

Idle Class 03

Die gute Stimmung trug sich dann über das gesamte Set hinweg, denn die Rezeptur ist eine ganz einfache: So lange die Band Spaß hat, ist auch das Publikum gut drauf, denn sie können das wunderbar übertragen. Ein kleines Highlight war für mich persönlich dann „The Sound of Glaciers Calving”, welches eine ganz besondere Atmosphäre innehat und durchaus ein epischer Punkrock-Song ist, mit dem die Band klimatisch nach den Sternen greift. Auch „Worn Out Shoes” markierte mit dem ruhigen Intro und der explosiven Transition einen sehr coolen und innigen Moment.

Neues mit altem beenden

Molotow Sky Bar

Das Ende markierten sie dann mit dem Opener des ersten Albums: „The Essence of Every Fight”. Das empfand ich sehr schön gewählt, beendet man das neue doch praktisch mit dem alten – „The Drama’s Done” könnte man sagen, wobei der Auftritt bei weitem kein Drama war, sondern ein ausgezeichnetes und spaßiges Set, welches mit einer Dauer von etwa einer Stunde aber doch ein wenig kurz war für meinen Geschmack.

Das aber soll nicht den Anschein erwecken, dass ich enttäuscht war, denn die eine Stunde sowie die halbe Stunde von Rivershores zuvor haben mich ausgesprochen gut unterhalten. Ich habe gerne zugeschaut und zugehört. Es gilt das Prinzip „lieber eine unterhaltsame Stunde, als zwei langweilige”. Nachdem ich Idle Class nun das dritte Mal sah (zuletzt beim 8. KAZ-Open Air), waren sie auch an diesem Dienstag im Hamburger Molotow wieder einfach wundervoll gut.

Setlist von Rivershores

  1. Critters
  2. A Cynics Smile
  3. 28:06:42:12
  4. Dreamer/Ruiner
  5. Growing Up
  6. Headache Over Heartache
  7. Die Laughing Instead
  8. If I Was Like Marty McFly I Would Go Back In Time and Beat the Shit Out of My Mind

Setlist von Idle Class

  1. The Drama Continues
  2. Han Shot First
  3. All Kippers and Curtains
  4. Bring In The Harvest
  5. A Pupeteers Party
  6. The Story of How The King Died
  7. Johnny B
  8. Last Night I Got Drunk With Mark Twain
  9. The Sound of Glaciers Calving
  10. Worn Out Shoes
  11. The Essence of Every Fight

[asa]B01356S142[/asa]