Idle Class 01

Foto: Fabian Hoffmann

Nach dem Debütalbum „The Drama’s Done” aus dem Jahr 2013 und zig Shows quer durch Europa (ich sah sie zum Beispiel zuletzt beim KAZ-Open Air) veröffentlichen Idle Class heute ihr zweites Studioalbum. Das hört auf den Namen „Of Glass and Paper” und tritt in große Fußstapfen – schließlich wurde der Erstling tonnenweise mit hervorragenden Kritiken überhäuft. Dessen sind sich die fünf Jungs aus Münster ganz sicher bewusst; Druck oder ähnliches merkt man dem neuen Album aber an keiner Stelle an, ganz im Gegenteil: Es ist besser, als ein frisch paniertes Schnitzel schmeckt! Aber gehen wir doch mal ins Detail:

Idle Class - Of Glass and Paper

Idle Class haben vor allem drei Dinge gut drauf: Storytelling, Melodic-Punk und „hau drauf, ab nach vorne!”. Beides zeigte das erwähnte Debütalbum von vorne bis hinten. Dass sie als Band in den letzten Jahren gewachsen sind, merkt man dann an den neuen Songs. Diese wirken noch besser strukturiert, überlegter, schlichtweg reifer. Der Opener “The Drama Continues” zeigt das bereits. Nachdem das Drama 2013 für beendet erklärt wurde, bricht es nun doch ein zweites Mal aus. Die Drums pumpen von der ersten Sekunde an durch die Lautsprecher und der einsetzende Gesang reißt einen direkt aus dem Tiefschlaf heraus. „We’re the all singing, all dancing crap of the world” geben sie zu verstehen und das Wir-Gefühl, dass sie so gut zu vermitteln wissen, setzt direkt ein.

Durch die gesamte Länge des Albums weiß das Quintett ihrer Musik eine Dynamik zu verleihen, durch die das Zuhören einfach Spaß macht, gleichzeitig vergisst man aber nicht die Lyrik, die in den Stücken steckt. Manchmal scheint alles verständnisfrei ausweglos wie in „A Puppeteers Party” („I’m not scared of the future
/ Cause I don’t hope for better days”). Mal erzählen sie in „The Story of How the King Died” die Geschichte über einen gefallenen König, nachdem alles im Eimer und die Welt, wie wir sie kennen, vergessen ist („Just birds singing songs about / Stories that once were told / And trees will have overgrown everything we once thought we owned”). Lyrisch zeigen sie Variabilität und halten dadurch den Zuhörer bei bester Laune, der aber trotzdem über das teilweise sehr pessimistische und schnörkellos Erzählte nachdenkt.

Auch musikalisch hat „Of Glass and Paper” einiges zu bieten. Generell wird stark auf die Tube gedrückt, allerdings wird auch Abwechslung geboten. „Worn Out Shoes” und „Bring In the Harvest” fangen beispielsweise langsam und bedächtig an, bis sie dann mit einem Knall wieder richtig loslegen. Das letzte Stück „The Sound of Glaciers Calving” (übrigens mein persönlicher Favorit) wird von einem wunderbaren, einprägsamen Gitarrenriff getragen und dann ist da ja auch noch die Bassline in „Paper Over the Cracks”, die richtig ins Mark geht.

„Of Glass and Paper” ist ein wirklich starkes Album und zeigt deutlich die Entwicklung der Gruppe. Die Komposition der Songs ist hervorragend gelungen – sie gehen gut ins Ohr, biedern sich dabei aber kein Stück an. Man merkt, mit wie viel Leidenschaft und Energie Idle Class ihre Musik angehen. Das wiederum wirkt und es steckt an. Das, was uns die Münsteraner hier geben, ist ein hervorragendes Melodic-Punk-Werk, es toppt den Vorgänger in allen Belangen und das soll schon was heißen!

Idle Class 02

Foto: Fabian Hoffmann

Ich für meinen Teil mag das Album sehr und freue mich darauf, die Band bald wieder live zu sehen. Zum Anlass der Veröffentlichung von „Of Glass and Paper” wird man Idle Class ab Samstag im Rahmen ihrer gleichnamigen Tour sehen können. Die Tourdaten sind dann folgende und wenn für euch etwas passendes dabei ist, empfehle ich euch auf jeden Fall einen Besuch!

„Of Glass and Paper”-Tour

  • 26.09. DE – Münster – Gleis 22
  • 27.09. DE – Osnabrück – Bastard Club
  • 28.09. DE – Göttingen – T-Keller
  • 29.09 DE – Hamburg – Molotow
  • 30.09. DE – Kiel – Schaubude
  • 01.10. DE – Braunschweig – B58
  • 02.10. DE – Berlin – Cassiopeia
  • 03.10. DE – Hannover – Lux
  • 04.10. DE – Zittau, Emil
  • 06.10. AT – Graz – Sub
  • 07.10. AT – Wien – Das Bach
  • 08.10. DE – München – Backstage
  • 09.10. DE – Köln – Sonic Ballroom
  • 10.10. DE – Aachen – AZ
  • 24.10. DE – Düsseldorf – Pitcher

Album-Stream via Spotify


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