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Die Hilfsorganisation Viva con Agua dürfte und sollte jedem Konzert- und Festivalgänger ein Begriff sein, denn immer öfter trifft man diese auf entsprechenden Veranstaltungen an. Am Donnerstag haben sie in der Essener Weststadthalle einen Konzertabend unter dem Titel „Music for Water” veranstaltet. Der Erlös der Eintrittsgelder sowie die weiter gesammelten Spenden geht dabei in kompletter Höhe der Organisation zu. Für den Konzertabend engagierte man dann das Punkrock-Trio Lygo sowie die Münsteraner Melodic-Punker von Idle Class, wobei beide Bands auf jegliche Gage verzichteten. Beste Rahmenbedingungen also für einen schönen Konzertabend mit einem guten Zweck im Hintergrund.

Lygo: Die Stimmungsmacher

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Bis zum Auftritt war mir Lygo gänzlich unbekannt, was sich als Schande meinerseits herausstellen sollte. Vom ersten bis zum letzten Song kannte die Band nur den Weg nach vorn durch die obligatorische Wand. Gitarrist Simon und Bassist Jan haben ihre Texte abwechselnd und mit viel Energie in ihre Mikrofone gedrückt.

Das Publikum war davon offensichtlich angetan, denn immer wieder gab es vor der Bühne kleine Moshpit-Einlagen. Der harte Punkrock, den Lygo auf die Bühne bringt, eignete sich perfekt, um die Hörmuscheln auf Temperatur zu bringen und machten Lust auf mehr. Pure Energie, sehr viel Authentizität und Spaß beim Musizieren – Lygo hat viel von dem, was eine gute Live-Band ausmacht!

Idle Class: Mit Spaß beim Punk

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Nach einer ausgedehnten Umbaupause mit Soundcheck in XXL-Länge (es gab einige technische Probleme) starteten dann auch Idle Class mit „The Drama Continues”, dem Opener ihres aktuellen Albums in ihr Set. Die Band war in bester Stimmung und die hervorragenden Live-Qualitäten von Idle Class kamen hervorragend zur Geltung. Der Spaß, den sie beim Musizieren haben, überträgt sich beinahe automatisch auch auf das Publikum. Das gesamte Set war gewohnt stark, setzte sich aus Songs beider Alben zusammen und wurde sehr gut rübergebracht.

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Ob man ihm das angemerkt hat? Natürlich nicht! Ein Running-Gag bei Idle-Class-Auftritten scheinen auch Josuas Gitarrenprobleme zu sein. Ich sah die Band nun zum insgesamt vierten Mal und bei den drei letzten Auftritten hatte er immer mit seiner Gitarre zu kämpfen. Aber: Das ist Punk. Es muss und soll nicht alles perfekt sein, da gehört sowas eben dazu und mich persönlich hat es auch dezent belustigt. ;)

Live sind Idle Class trotz (oder gerade wegen?) allem eine absolute Granate! Die lauten Vocals, die da mit viel Leidenschaft herausgedrückt werden und die Bewegungsfreudigkeit der Band auf der Bühne lassen im gesamten Raum eine Art Kollektivgefühl entstehen, die es sonst so oft gar nicht gibt. Man fühlt sich bei der Band einfach heimisch und das ist eine ganze Menge wert.

Punk für einen guten Zweck

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Insgesamt war der Konzertabend rundum gelungen: Zwei Bands zeigten ihre hervorragende Musik und Viva con Agua zeigten sich sehr präsent für ihren guten Zweck, der sehr unterstütztenswert ist. Solche Veranstaltungen sind es auch, die definitiv noch öfter stattfinden sollten, um das Bewusstsein des gemeinen Konzertbesuchers auch in diese Richtung zu schärfen. Viele Bands setzen sich bereits mit diesen Themen auseinander, allerdings kommt das natürlich nicht bei allen Fans an. Hier wird ein guter Weg gewählt, um auch diese Menschen zu erreichen. Insofern: Chapeau, Viva con agua!

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