In Ora Mundi 01

Obwohl ich mich über die vergangene Woche hinweg im Urlaub befand, hielt mich das natürlich nicht davon ab, mir Live-Musik anzuhören – beispielsweise eben Idle Class in Hamburg. Auch am vergangenen Samstag habe ich mir die Gelegenheit nicht nehmen lassen und schaute mir In Ora Mundi im Cuxhavener Open an – obwohl ich zunächst gar kein Interesse hatte. Das lag weniger an der Band im Speziellen, als am Genre im Allgemeinen. Die Gruppe aus Rostock hat sich nämlich dem Mittelalter-Rock verschrieben. Im Gegensatz zu den vielen anderen Vertretern dieses Genres gefiel mir die Band aber dennoch ziemlich gut.

Das Cuxhavener Open

Open Cuxhaven

Die Thekenhelden vom Open

 

Wie es bei mir Usus ist, gibt es aber zunächst ein paar Worte über die Location. Das Open ist eine noch relativ junge Musikkneipe im Herzen des Lotsenviertels und eine der ganz wenigen Kneipen in meiner Heimatstadt, die ich gerne besuche. Das liegt zum einen an der gespielten Musik, bei der es sich zumeist um Punk bzw. Rock im Allgemeinen handelt – also alles abseits des aktuellen Mainstreams, was mir natürlich zusagt. Zum anderen sind sowohl Beleg-, als auch Kundschaft sehr angenehm und die Preise ebenso human.

Das Open ist eine relativ kleine Kneipe, insofern sind die Crowds bei der samstäglichen Live-Musik auch recht kompakt gehalten, was auf jeden Fall mal wieder eine nette Abwechslung zu anderen Venues ist. Die Bands, die dann spielen, stehen praktisch in direkter Berührung zum Publikum, was Auftritte auch ein Stück weit „intimer” gestaltet.

In Ora Mundi

In Ora Mundi 02

Wie gesagt: Eigentlich hatte ich nicht vor, mir die Band anzuschauen, geschweige denn darüber zu schreiben. Als ich anderthalb Stunden vor Eröffnungszeit zum Besuch in den Laden kam, führten sie gerade ihren Soundcheck durch und bereits der hatte es mit einem kleinen Jam am Ende wirklich in sich, sodass ich spontan beschloss zu bleiben.

Ab 20 Uhr war Einlass, das Set begann dann um 22 Uhr und ging inklusive der Zugabe ungefähr eine Dreiviertelstunde. Direkt vom Start weg hatte die Gruppe einen guten Draht zum Publikum, das zunehmend zu den Songs tanzte, was der Band natürlich sichtlich gefiel.

Innerhalb des Sets haben sie zwei Jams untergebracht und vor allem die haben mir gefallen. Da war ordentlich Rhythmik dabei, die Mittelalter-Instrumente wurden gut eingesetzt, das Zuhören machte viel Spaß. Die anderen Songs standen dem aber in nichts nach – sie wissen genau, was sie können und setzen genau das hervorragend ein.

Nun kam in mir persönlich die Frage auf, warum mir gerade In Ora Mundi gefiel, während ich dem Genre ansonsten herzlich wenig abgewinnen kann. Der Unterschied ist recht einfach: Die Musik der Band wirkt bodenständiger, es kommen weniger mittelalterliche Musikinstrumente zum Einsatz, als bei anderen Gruppen. Das wiederum ermöglicht, dass sich auch Gitarre und Bass sehr gut im Gesamtklang entfalten können und nicht zu sehr dominiert werden.

Mittelalter-Rock mal etwas anders

In Ora Mundi 03

Wie gesagt: Alle Zuschauer, auch ich, hatten sehr viel Spaß mit In Ora Mundi. Sie verfolgen einen etwas anderen Ansatz der Mittelalter-Thematik, indem sie ihre Instrumente sehr punktuell und nicht überwältigend einsetzen. Das ist in diesem Genre mal etwas deutlich anderes – eine Art frischer Wind, wenn man so will.

Wer generell auf Mittelalter-Rock steht, wird mit In Ora Mundi sehr viel Spaß haben, allerdings sei die Kapelle auch denjenigen ans Herz gelegt, die nicht unbedingt viel mit der Thematik anfangen können. Live haben sie definitiv eine ganze Menge drauf – man merkt ihnen den Spaß an und der überträgt sich ungefiltert aufs Publikum.

Setlist

  1. Intro
  2. Rabengasse
  3. Spielmann
  4. Ai Vis Lolop
  5. Bruder gegen Bruder
  6. Dunkel
  7. Katjuscha
  8. Jam 1
  9. Sieben Tage
  10. Wölfe
  11. Jam 2
  12. Lady in Black
  13. Katjuscha Extended