Indolent

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Anton Stechonin hat mit seinem Soloprojekt Indolent praktisch seinen musikalischen Werdegang festgehalten. 2007 begann der mittlerweile 22-jährige Wahl-Bonner, Songs zu schreiben. Zunächst in akustischer Singer-Songwriter-Manier entwickelte sich der Sound im Verlaufe der inzwischen acht EPs hin zum Garage-infizierten Indie-Rock mit knalligem Lo-Fi-Charme. Live wird er inzwischen zudem von Alex am Schlagzeug begleitet. Die Songs komponiert Anton dennoch weiterhin im Alleingang. Die aktuellste EP „Das braucht kein Mensch“, die am vierten April veröffentlicht wurde, hat er beispielsweise komplett im eigenen Schlafzimmer aufgenommen.

Indolent - Das braucht kein Mensch (EP)

Garage- und Indie-Rock, Lo-Fi-Sound und DIY-Herangehensweise klingen auf den ersten Blick interessant und die vier Songs, die die neue EP beinhaltet, bestätigen das vollends. Der Sound ist treibend, aufs Nötigste reduziert und geht geradewegs nach vorne. Bereits der Opener „Obsolet“ legt die Gangart mit schnellen Drum-Patterns und einem temporeichen, von Fuzz getriebenen Riff auf die höchste Stufe.

„Februar“ ist dann im Vergleich schon deutlich grooviger, was auch am Gesang liegt. Man hört Anton gerne dabei zu, wenn er von Zwischenmenschlichkeit, gefühlter Nutzlosigkeit und Fernweh, gefolgt von Orientierungslosigkeit singt. Er wirkt ehrlich und authentisch – die Musik, die er macht und die Texte, die er schreibt, liegen ihm offensichtlich am Herzen und das macht viel von dem aus, was seine Musik ausstrahlt.

Bei dem Versuch etwas zu tun
Kam gleich die Wut
Es ist verflucht
Wann ist es gut?
Wann denn genug?

Indolent – Februar

Auch musikalisch wird eine schöne Vielfalt geboten: „Obsolet“ ist ein knarrender Garage-Rock-Song. „Februar“ und „An die Stadt“ bringen viele Indie-Rock-Elemente ein und der Closer „Darling, Kosenamen sind nicht mein Ding“ ist ein Blues-getriebenes, schwergängiges und gefährlich wirkendes Stück Musik.

„Das braucht kein Mensch“ ist eine überaus gelungene EP, die Elemente verschiedener Genres unter einer schönen, reduzierten Soundstruktur zusammenbringt. Vor allem aber erinnert es einmal mehr daran, welche Perlen sich abseits der Label- und Szene-Pfade finden lassen, wenn man tief genug im DIY-Bereich wühlt.