Foto: Jens Mollenvanger

Mit ihren beiden ersten Alben „Greetings & Salutations“ und „Little Heavy Burdons“ verzauberten die Intergalactic Lovers aus dem belgischen Aalst Indie-Fans hüben wie drüben. Nun greifen sie mit dem dritten Langspieler „Exhale“ und einer erwachseneren Erscheinung mitsamt passendem Sound erneut an.

Auf dem neuen Album wirken die Belgier weniger forsch, als auf dem Debüt und auch die ausgeprägte Düsterheit der zweiten Platte findet sich hier nur noch in Nuancen. Stattdessen erscheint die Band inzwischen bedachter – man bleibt eben nicht immer Mitte 20. Die Intergalactic Lovers sind eine dieser Bands, der man die wachsende Lebenserfahrung besonders anmerkt.

Das begründet sich vor allem in den sehr persönlichen Texten der Sängerin Lara Chedraoui. Noch immer verdaut sie verschiedenste Niederschläge, noch immer nimmt sie einen mit ihrer charismatischen und leidenschaftlichen Art mit. „Give It Up“ und „Talk! Talk!“ zeigen das eindrucksvoll, zumal die Instrumentalisierung auf den Punkt genau passt. Hier zeigt sich das Bandgefüge in seiner Gesamtheit von der besten Seite.

Es ergibt sich allerdings das Problem, dass diese perfekte Symbiose nicht über die gesamte Spiellänge hinweg gehalten werden kann. Es fehlt an der musikalischen Stringenz, die sie in vergangenen Zeiten so auszeichnete. Es greift nicht mehr alles bedingungslos und perfekt ineinander. Das führt so weit, dass der Closer „Let Go“ überhaupt nicht in den sonstigen Kontext des Albums passt.

„Exhale“ ist beileibe kein misslungenes Album. Oft bekommt man schöne Ideen zu hören, einige der Songs sind sogar extrem gelungen. Viele andere Indie-Bands wären wahrscheinlich heilfroh um ein solches Werk in ihrer Diskographie. Bloß, so blöd es klingen mag: Der Neuling scheitert an der superb hohen Messlatte, die sich die Intergalactic Lovers über die Jahre hinweg selbst gesetzt haben.

Intergalactic Lovers auf Deutschland-Tour

  • 26.10. – DE: Wiesbaden, Schlachthof
  • 28.10. – IT: Kaltern, Kaltern Pop
  • 29.10. – DE: Stuttgart, Club Cann
  • 03.11. – DE: Dortmund, FZW
  • 04.11. – DE: Köln, Artheater
  • 08.11. – DE: Bremen, Tower
  • 09.11. – DE: Hamburg, Knust
  • 10.11. – DE: Berlin, Lido
  • 11.11. – DE: Dresden, Ostpol

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