Intergalactic Lovers

Ziemlich viel, teilweise extrem gute Musik kommt aus Belgien – das mag man im ersten Moment gar nicht glauben, allerdings ist das tatsächlich der Fall. Schaut man einmal rüber, merkt man auch sehr schnell, warum das der Fall ist, denn die Art und Weise, wie dort in der Öffentlichkeit mit Musik umgegangen wird, ist eine, von der wir hier in Deutschland nur noch träumen können.

Auch die Intergalactic Lovers profitierten von ihrer Herkunft, wo sie inzwischen 2.000-Leute-Locations füllen können. Die ursprünglich als Quartett gestartete und inzwischen im Quintett auftretende Band rund um Sängerin Lara Chedraoui ging aus zwei kaputten Bands hervor und sah die Neuformation als letzte Chance an und genau das merkt man an ihrer Musik.

2011 veröffentlichte man mit „Greetings & Salutations“ das erste Album, welches der Band bereits eine starke Popularität in der Heimat einbrachte. Der Sound klang damals weitgehend reduziert und konzentrierte sich auf Akustikgitarren, tolle Melodien und Indie-Rock-Anleihen. In diesem Jahr folgte dann der Nachfolger „Little Heavy Burdens“ – der Sound entwickelte sich deutlich weiter, griff mehr Folk-Elemente auf, klingt insgesamt wuchtiger und noch runder.

Ich für meinen Teil bekam von all dem bis zum diesjährigen Deichbrand-Festival nichts mit – ich hatte nicht einmal etwas vom Bandnamen gehört. Mehr oder minder zufällig stolperte ich daher ins Festzelt – eigentlich war ich darauf aus, The Jezabels zu sehen, die nach den Intergalactic Lovers an der Reihe war. Dezent angetrunken ging ich also in besagtes Zelt und war praktisch sofort wieder nüchtern, als ich die Band spielen hörte. Sängerin Chedraoui sang ihre Texte mit voller Inbrunst und Ehrlichkeit, dass es mich direkt in den Bann zog, die Band war voll dabei, lieferte eine tolle Performance ab und das Outro mit dem Song „The Fall“ vom neuen Album war weltklasse!

Intergalactic Lovers - Little Heavy Burdons

Wieder zu Hause angekommen, hörte ich direkt in die beiden Alben hinein und auch hier war ich nicht minder beeindruckt. Die Kompositionen sind durchgehend klasse, es hört sich „handgemacht“, ehrlich und authentisch an. Der Begriff „ehrlich“ ist dabei die wohl beste Beschreibung – eine, die in heutiger Musik viel zu selten geworden ist, hier aber zu 100 Prozent zutrifft. Die Songs sind mal langsam, mal mit höherem Tempo, aber immer beeindruckend. Es gibt bis heute keinen Song, der mir nicht gefällt. Sie gehen alle ins Ohr, bleiben dort stecken, erwecken aber nicht den typischen Mainstream-Eindruck – ein Spagat, der selten so gut gemeistert wird.

Am sechsten Oktober ergriff ich dann die Chance, die Band nochmals und in voller Länge zu sehen. Dieses Mal in der Essener Weststadthalle. Auch hier schaffte es die Band wieder das kleine Publikum vollends in ihren Bann zu ziehen. Lara Chedraoui tanzte gut gelaunt auf der Bühne zum exzellenten Sound der Band herum. Der Eindruck, dass die Intergalactic Lovers einfach eine rundherum hervorragende Band ist, festigte sich weiter.

Inzwischen zähle ich die Band zu meinen absoluten Favoriten. Ich sage es wirklich nicht oft, aber ich habe mich rundherum in den Sound und in die Qualität dieser Band verliebt. Für mich persönlich sind sie meine Entdeckung des Jahres und ich kann euch absolut empfehlen, in die beiden Alben reinzuhören – ihr werdet es definitiv nicht bereuen!

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