Es gibt kaum eine Band, die mich stets über das letzte Jahrzehnt begleitet hat wie Interpol. Angefangen als Neuentdeckung bei meinem ersten Hurricane Festival 2007 mit einer tollen Show als letzte Band auf der zweiten Bühne, durfte ich die New Yorker am Freitag bereits zum sechsten Mal live sehen.

Diesmal gaben sie ihre Premiere im „Mehr! Theater“ in Hammerbrook. Eine super Entscheidung, immerhin haben Interpol in der Vergangenheit sonst schon mal zwei Tage hintereinander im Docks gespielt. Als Support auf der diesjährigen Europtour war diesmal Nilüfer Kanya dabei. Die Newcomerin aus London spielte mit ihrer Band eine solide Show und präsentierten dabei eine Mischung aus Indie und Pop. Persönlich gefiel mir ihre Musik am besten, wenn das Saxophon ihrer Bandkollegin zum Einsatz kam und ein Hauch von Trip-Hop durch die Halle wehte. Dennoch wollte der Funke bei mir leider nicht überspringen.

Beim Headliner des Abends war die Frage spannend, wie die Herren um Frontmann Paul Banks die Setlist gestalten werden. Mit „Untitled“ und „C’Mere“ wurde dann das Konzert eröffnet, was vom Publikum bejubelt wurde. Neben Songs des neuen Albums „Marauder“ wurden Fans der alten Stunde mit einer Reihe von alten Stücken aus den ersten beiden Alben „Turn Out The Bright Lights“ sowie „Antics“ beglückt. Ein persönliches Highlight bildete „Rest My Chemistry“, dass auf meinem damaligen Entdeckeralbum „Our Love To Admire“ aus dem Jahr 2007 stammt und mir den Einstieg in Interpols Musik eröffnete.

Dies sollte der einzige Song des Albums bleiben, was allerdings auch der einzige Wehrmutstropfen blieb. Die Hoffnung „Pioneer to the Falls“ oder „The Lighthouse“ nochmal live zu erleben wurden somit nicht erfüllt. Schade, denn ersteres spielten sie anschließend auf den zwei kommenden Shows. Auch „Obstacle 1“ hatte es überraschend nicht auf die Setlist geschafft. Dennoch wurden mit „Evil“ im Hauptset sowie mit „Slow Hands“ als Abschluss der Zugabe zwei größere Hits gespielt. Mit meinem sechsten Konzert bin ich also sehr zufrieden, viele alte Songs und die Erkenntnis, dass auch im Jahr 2018 Interpol ein breites Publikum zu ihren Konzerten zieht und das Mehr! Theater fast ausverkauft.

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