Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

„Wie, für’s Turmzimmer gibt es keinen Fahrstuhl?!“ – nach den gefühlt 500 Stufen im Flakturm auf dem Heiligengeistfeld eröffnete sich für mich erstmals die kleine aber feine Begleitlocation vom Uebel & Gefährlich. Mit kaum noch Sauerstoff im Gehirn und einer Beruhigungszigarette in der Hand (über diese goldene Kombination bedarf es keiner Aufklärung) war ich diesem Abend nun hilflos ausgeliefert. Post-Punk? Ich?

Fairerweise muss gesagt werden dass mein Kollege Charles der Initiator für diesen Besuch war. Er hatte INVSN bereits im August beim Oakfield Festival sehen und fotografieren können und machte mir so den Besuch im Turmzimmer schmackhaft. Und dies vorab: ich sollte nicht enttäuscht werden.

Kurz nach 21 Uhr überraschten uns Stilla Havet, die wie INVSN aus Schweden kommen, mit einem kräftigen und turbulenten Eröffnungsset. Die Drums wurden zwar simuliert, allerdings überzeugte das Duo durch ihr elegantes und selbstbewusstes Aussehen und einen so mir noch nicht unter die Augen gekommenen Sound, der sich als eine Mischung aus Post-Punk, Indie-Rock und 80er Jahre Synthie-Pop beschreiben lässt.

Nach einer für meinen Geschmack sehr ausdehnenden Pause marschierten dann INVSN unter Applaus durchs Publikum auf die Bühne. Die ersten zwei, drei Songs ließen mich noch relativ unberührt zurück, bis irgendwann Frontmann Dennis Lyxzén das Wort ergriff und mit Humor und den richtigen Worten über Musik und Politik das Publikum inklusive mir auf seine Seite zog. Eben einer von diesen sympathischen Schweden, denen man einfach gerne wortlos zunicken würde um dann ein Glas Walnusslikör zu erheben.

Was bleibt: Der Treppenlauf aller Besucher wurde mit einem lauten Abend, gefüllt mit schwedischer Punk-Geschichte und strotzend vor Dynamik und Intensität belohnt.

Fotogalerie: INVSN

Fotogalerie: Stilla Havet

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