J_Dilla_-_The_Diary_-_Low-Res-Cover

Bildquelle: PayJay

Dieser Mann hat Leben verändert. Nicht nur das der Karl-Kani-tragenden Vorstadt-Realkeeper, sonder auch das von Pharrell Williams oder jedem, der nur ansatzweise Ahnung von Musik hat. J Dilla ist eine Legende – bloß leider keine lebende mehr. Bereits zehn Jahre ist es her, dass einer der wegweisensten Hip-Hop-Pioniere starb.

Nun erscheint ein vermeintlich neues Album und ja, auch ich habe mich gefragt: „Muss das sein?“. Ja, es muss. Denn J Dilla wollte es angeblich so. Und wenn man weiß, dass der, für diese Veröffentlichung verantwortliche, Eothen Alapatt bereits „Donuts“ und „Jaylib“ rausbrachte, wird einem dann doch etwas wärmer ums Herz. Und Manager von Stones Throw war der Typ auch. Alle Zweifel, ob es sich nicht doch um Leichenfledderei handelt, sind somit beseitigt.

Wie bewertet man jetzt so ein Album? Die Songs sind schließlich mindestens zehn Jahre alt. Ich für meine Teil möchte gar kein Urteil über diese 14 Songs fällen. Nachdem man das Album gehört hat, bleibt einem allerdings gar nichts anderes übrig, als zu anzuerkennen, dass dieses Album die Dilla’sche Diskographie tatsächlich ergänzt.

Ürsprünglich war das Album (wenn auch unfertig) aufgenommen worden für den Major MCA. Vor der Veröffentlichung erfolge jedoch der Bruch, und das Album verschwand in den Untiefen von Dillas Rechner. Nun wurden die Files entdeckt und zu dem Album zusammengefügt, das hoffentlich auch J Dilla so veröffentlichen wollte.

Zu finden sind darauf Produktionen von der Legende selbst, aber auch von Wegbegleitern wie Madlib, Pete Rock oder Karriem Riggins. Dilla setzt sich selbst als Rapper in Szene und liefert sowohl Club-Tracks und Boombap, als auch verspielten WestCoast-Sound mit Snoop Dogg. Man ist tatsächlich überrascht, das dieses Album schon zehn Jahre alt sein soll.

Es handelt sich nicht bloß um eine Scheibe für Fans und Kenner, sondern tatsächlich um ein tolles Stück Musik im Jahr 2016. Denn die Lücke, die J Dilla hinterlassen hat, konnte bis heute nicht gefüllt werden.

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