Langsam aber sicher neigt sich das Jahr 2011 auch musikalisch dem alternativen Ende zu. ;) Auf allen Blogs dieser Welt liest man dieser Tage von Jahresrückblicken und auch wir machen da keine Ausnahme. Allerdings wird unser Jahresrückblick noisiv-alternativ ausfallen: wir kühren unsere Top Alben aus dem bald vergangenen Jahr!

Und da noisiv.de ja aus drei Bloggern besteht, wird hier auch jedem von uns entsprechender Platz eingeräumt – jeder von uns wird also seine ganz persönlichen Top Alben aus diesem Jahr aufstellen. Am Ende geben wir euch dann noch einen alternativen Ausblick auf das Jahr 2012 – uns wird dort einiges erwarten, aber da will ich nichts vorweg nehmen. ;)

Den Anfang in unserem Jahresrückblick übernimmt Torge:

Rückblicke auf 2011

Torges Rückblick

Wo fange ich da bloß an, dieses Jahr hat es echt was auf die Ohren gegeben. Ich liste hier die Alben in keiner bestimmten Reihenfolge, da ich nicht unterscheiden kann und vor allem will, welches besser ist.

Für mich begann das Jahr mit dem neuem Radiohead Record The King of Limbs. Ein Album, in das man sich reinarbeiten muss, auf das man sich fixieren muss, und nicht auf der leichten Schulter beim Kuscheln mit der Freundin oder dem Freund hören kann. Musikalisch aber sehr wertvoll, so wie viele andere Stücke der Insel-Band.

Wenn mein Gehirn mich nicht täuscht erschien Wasting Light von den Foo Fighters im April, dass hat mich schon ziemlich aus den Socken gehauen. Mit Abstand das beste Album der Band von Ex-Nirvana Drummer Dave Grohl. Liegt zum großen Teil sicher auch daran, dass alle Sounds analog mit Tape aufgenommen wurden, und nicht mit Computern, USB, MIDI und Cubase. Und das in einer Garage anstatt einem professionellem Studio.

Auf das nächste Album hatte ich mich besonders gefreut. Die Red Hot Chili Peppers besetzen mittlerweile seit gut 10 Jahre die Spitze meiner Liste was Lieblingsbands angeht. Eine riesige, beeindruckende und umfassende Bandgeschichte und ein unverwechselbarer Sound zählen zu den Hauptmerkmalen der Kalifornier. Das letzte Album, Stadium Arcadium erschien vor 5 Jahren und umfasste 28 Songs exkl. ein paar B-Sides. Alles Meisterstücke vor dem Herren, was wohl nicht zu wenig John Frusciante zu verdanken ist, der wirklich viel Arbeit in dieses Album gesteckt hatte.

Dieser ist dann aber wegen musikalischer Differenzen aus der Band ausgestiegen und wurde von Josh Klinghoffer ersetzt. Josh ist nicht irgendein daher gelaufener Gitarrist, er hatte schon bei der Off The Map Tour mit seiner Band Dot Hacker als Opener für die Chilis gearbeitet und war 2007 als zweiter Gitarrist mit auf Tour.

Ich hatte also keine Erwartungen an I’m With You gestellt da ich wusste, dass das unmöglich ist. John und Josh sind so unterschiedlich, wie sie sich gleichen. Und eben das ist unbeschreiblich, aber man spürt es, wenn man Stadium Arcadium mit I’m With You gegenhört. Ein weiteres großes Album in der Diskographie der Red Hot Chili Peppers.

In meinem vierten Absatz geht es um Bush, die alternative Rockband um Gavin Rossdale, auch bekannt als Ehegatte von Gwen Stefani (No Doubt). Nach 10 Jahren gab es endlich was neues. Es bedurfte auch an einer neuen Mannschaftsaufstelllung, jedoch hat sich das nicht so auf den Sound aufgewirkt wie bei der eben beschriebenen Band. Der Golden State Nachfolger überzeugt, wie man auch in meinem Review zu The Sea of Memories lesen kann. Dies ist wiederum ein Album, welches man im Hintergrund laufen lassen kann. Solider, alternativer Rock ohne Schnörkel.

Nicht ein Jahr Pause gab es bei Portugal. The Man. Nach ihrem ersten Album welches in 2006 erschien wurde jedes Jahr mindestens ein neuer Record veröffentlicht. 2011 hier das Stück In the Mountain in the Cloud und ist ähnlich wie die anderen Platten der Band gestrickt. Psychedelic-Akustisch-Melodisch-Progressive-Art-Experimental-Unbeschreiblich. Die Herren aus Alaska haben auf jeden Fall wieder einmal erfolgreich gezeigt wie man ein interessantes Album gestaltet.

Charles‘ Rückblick

Meinen Rückblick auf das Jahr 2011 und dessen beste Alben starte ich direkt mit dem besten. Das ist für mich unbestritten El Camino von The Black Keys. Ich hab es ja schon in meinem Review genügend abgefeiert, aber ich wiederhole mich in diesem Fall gerne: dieses Album zwingt einen mit dieser ordentlichen Portion Blues einfach dazu, sich zu bewegen und zu tanzen!

Zwei andere Alben, die ich dieses Jahr sehr gerne gehört habe und auch immer noch höre sind zum einen Torches von Foster The People und Honkey Kong von Boots Electric. Ersteres bietet einfach sehr coole Songs, die sehr gut gemacht sind und ordentlich ins Ohr gehen, während Honkey Kong total abgedreht ist und extrem viel Spaß beim Hören macht.

Die beiden letzten Alben, die ich an dieser Stelle erwähnen möchte sind This Modern Glitch von The Wombats – ein sehr schönes Indie-Rock Album mit intelligenten Kompositionen und vielen Variationen – und als letztes Album noch Thees Uhlmann mit seinem selbstbetitelten Soloalbum – gute, bodenständige Texte, wenn es mal etwas tiefsinniger sein soll.

Falls ihr eines oder mehrere dieser Alben noch nicht kennt, empfehle ich euch auf jeden Fall, das nachzuholen! Ich habe diese Alben allesamt sehr gerne gehört und mache selbiges immer noch genauso gerne!

Chris‘ Rückblick


Mein Musikjahr 2011 war eher mager. Das resultierte darin, dass die meisten Musikkäufe auf 2010 und nocht weiter zurückdatiert waren. Dagegen verspreche ich mir viel vom neuen Jahr, weshalb ich beim Ausblick auch gleich um das Doppelte ausholen werde.

Das Jahr begann für mich erst Anfang Juli, als ich mit Several Shades of Why auf einem Stonerrock-Festival die zweite Soloplatte von J. Mascis fand. Da hat sich der Kopf von Dinosaur Jr. doch mal wieder gedacht, dass er den Gainregler um einiges zurückschraubt und neben Gastmusikern fast nur akustische Instrumente einsetzt. Das Ganze bekam dann eine melancholische Note und war schon gelungen.

Mein zweites Top-Album in diesem Jahr brach ein wichtiges Mantra: Niemand will Live-Alben! Doch das hat sich geändert, als ich vom Live-Album der KiZi’s hörte, das mit einigen Traditionen brach und alte aus der Asche erhob.

Ausblick auf 2012 – was tolles kommen wird

Torges Ausblick

Ehrlich gesagt habe ich mich noch nicht wirklich erkundigt was mich 2012 so erwarten wird. Soweit ich weiß sind Muse derzeit im Studio und ich bin gespannt was die uns wieder präsentieren werden. Außerdem hoffe ich auf ein neues Them Crooked Vultures Album, nachdem die Queens of the Stone Age mit ihrer neuen Platte fertig sind. Ansonsten planen Dot Hacker, die Band von Josh Klinghoffer demnächst ein neues Album rauszubringen, auf das ich schon sehr gespannt bin.

Charles‘ Ausblick

Mein Ausblick auf 2012 fällt extrem freudig aus. Da wäre z.B. und vor allem die neue Platte der Queens Of The Stone Age, meiner absoluten Lieblingsband. Seit Era Vulgaris aus 2007 gab es nichts mehr neues aus der Wüste zu hören. Eben jenes wird sich aber im nächsten Jahr ganz gewaltig ändern, denn ganz aktuell befinden sich die Josh, Troy, Joey, Mikey und Dean im Studio um das sechste Album der Band aufzunehmen. Das wurde unlängst auch auf der offiziellen Facebook Seite der Band bestätigt. Das Album wird garantiert ein ganz großer Knaller, das versichere ich euch mit Brief und Siegel!

Ebenfalls im Dunstkreis rund um QOTSA befindet sich Mark Lanegan mit seiner Band. Schließlich war er ja auch einmal festes Mitglied der Band. Jedenfalls wird die Mark Lanegan Band am sechsten Februar ihr neues Album Blues Funeral veröffentlichen. Darauf bin ich ebenfalls extrem gespannt, schließlich ist Lanegan meiner Meinung nach einer der besten Sänger, die wir auf diesem Planeten haben. Ein Review wird da ganz sicher kommen von meiner Seite. ;)

Als drittes Album wird für mich das neue von den Nine Inch Nails interessant sein. Trent Reznor hat zwar nicht ausdrücklich bestätigt, dass ein neues Album kommen wird, allerdings hat er gesagt, dass er sich 2012 zumeist um sein NIN Projekt kümmern möchte, was im Prinzip eine Zusage für ein neues Album ist. Experimenteller Industrial Rock ist also immer noch am Leben und ich bin mir sicher, dass Reznor da was Großes aus dem Hut zaubern wird!

Chris‘ Ausblick

Wie schon erwähnt, lies das Musikjahr 2011 müde Gesichtsausdrücke bei mir zurück. Der Ausblick auf das Jahr 2012 hingegen hat das Potential, dass Frauendekoltés mir nur müdes Lächeln abringt.

Da gäbe es zum einen die Beginner, die ihr Comeback schon auf dem Berlin Festival feierten und für 2012 ein neues Album angekündigten. Während Denyo seine Streetkredibilität auf VOX damit ruiniert, dass er meist strohdumme Schimpfwortdichter mit Schlagersängern alten Eisens konfrontiert und diese gegenseitig Songs covern lässt, erwarte ich das kommende Album mit voller Konzentration und frenetischer Vorfreude.

Um bei Pionieren der deutschen Hip-Hop-Industrie zu bleiben, möchte ich eine weitere Ankündigung machen. Main Concept haben ein Album für 2011 angekündigt, aber mit einer ebenso nebensächlichen Meldung wie die Ankündigung den Termin auf 2012 verlegt. Bleibt nur zu hoffen, dass der Vollzeitmediziner David P. und seine Hintergrundschergen Glammerlicious und DJ Explizit tatsächlich am neuen Album arbeiten, von dem noch gar nichts bekannt ist, außer der Erscheinungszeitraum, und dass ich bald wieder frischen Conciousrap auf meinem Teller habe.

Eine großartige Ankündigung ist der Release des neuen Kettcar-Albums „Zwischen den Runden“. Es kommt einen Tag nach meinem Geburtstag offiziell in die Läden und verspricht Vieles. Ich habe ihnen aber auch schon einen kleinen Artikel gewidmet, in dem ihr einiges nachlesen könnt.

Gestern erhielt ich eine Email von Staring Girl, einer Band aus Kiel, die darin ein Album für das neue Jahr ankündigten. Staring Girl ist eine Band, von der man eher ruhige Töne erwarten kann. Sie verschließen dein Fenster, decken dich zu und lassen das Teewasser schneller kochen, wenn man Sonntag morgens nach einer beschissenen, lebensumstellenden Party aufwacht und einfach nur Beistand braucht, beschäftigen sich textlich auch eher mit der Liebe und Leben auf einem sehr therapeutischen Niveau, eine Empfehlung des Hauses.