Ich sag, wie es ist: Ich hätte selbst nicht damit gerechnet, dass mir die neue Scheibe der international besetzten Band Jenny And The Mexicats gefallen würde. „Open Sea / Mar Arbierto“ wurde diese genannt und wartet mit einer zunächst kruden Mischung aus Flamenco, Folk und Rockabilly auf. Ich erwartete nichts, außer einer im semi-professionellen Kellerstudio aufgenommenen Band, bestehend aus Erasmus-Studenten, die gegen das System und für die internationale Solidarität singen. Falsch gedacht.

Tatsächlich sind die mexikanischen Kätzchen eine mehr als renommierte Band, die bereits ein in Mexiko mit Gold ausgezeichnetes Album auf der Habenseite verzeichnen können. Die Mischung der Genres bleibt wild, doch gelingt es den offensichtlich überaus begabten Musikern stets alle Töne in die richtige Richtung zu lenken. Heraus kommt eine feurige Katzendame, bereit zum Sprung.

Los geht es mit „Boxes“, das auf Kommendes vorbereitet: Flamenco-Gitarren, Trompeten à la Mariachi-Band und die verdammt gute Sängerin Jenny. So richtig gefesselt hat mich das Album dann aber mit dem Refrain zum zweiten, hochgepitchten Country-Song „Born In The City“. Ich war nun zu allen Schandtaten bereit, egal ob wilde Party-Songs oder ruhige Reggae-Nummern – teils auf Englisch, teils auf Spanisch gesungen.

Mit „Open Sea / Mar Arbierto“ haben Jenny And The Mexicats definitv einen bleibenden Eindruck und einige Schweißflecken hinterlassen. Absolute Empfehlung, auch wenn man das Teil vermutlich neben Filzjacken tragenden Afrikanistik-Studenten in der unsäglichen Weltmusik-Abteilung findet.

Das erste Mal gehört ich das Album übrigens beim Kochen gehört. Im Nachhinein kein Wunder, dass ich ein paar Chillies zu viel in die Pfanne gehauen habe.

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