Jens Friebe, der vielleicht schönste Mensch des hiesigen Indiepops, hat jüngt mit „Schlaflied“ ein kleines, feines, narzisstisches DIY-Video aus seinem aktuellen Album ausgekoppelt. Mit letzterem hat er in jedem Fall den besten Albumtitel des Jahres abgeliefert: „Nackte Angst, zieh dich an, wir gehen aus“.

Der androgyn anmutende Friebe präsentiert sich nun allerdings recht wenig angezogen, ebenso wenig spektakulär, aber angenehm ästhetisch im neuen Video vor Raufasertapete mit Schnecke. Blumen sind auch vertreten. Mehr braucht es dann aber auch nicht. Der Song dazu? Ein Manifest auf das angenehmste Drittel des Lebens – den Schlaf.

Bleiche Engel streicheln dir durch’s Haar. Alle wilden Tiere werden brav. Im Schlaf. Nah dran am Kitsch war der Wahlberliner ja schon immer, besonders in seiner stark elektronischen Frühphase der ersten beiden Alben. Auf seinem 2014er Werk präsentiert er nun aber mehr Balladen denn je und bildet immer öfter das große Ganze ab, statt Privates zu verarbeiten, so scheint es. Und das zeigt auch das „Schlaflied“, auf dem er sich dann auch nicht scheut, die wunderbare Erkenntnis zu ziehen:

Mit allen, mit denen man nicht schlafen darf, schläft man im Schlaf.

Der feuchte Traum des deutschen Pops ist in der zweiten Januarhälfte auch auf Tour unterwegs, die Daten finden sich auf seiner Homepage. Empfehlen kann man das ohne Zweifel, sein diesjähriger Auftritt im Hamburger Knust im Rahmen des Reeperbahn Festivals war ganz hervorragend! Der vielleicht zweitschönste Mensch der Szene, Chris Imler, ist übrigens auch dabei.

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