St. Pauli hatte gerade noch unentschieden gespielt gegen Sandhausen, wo er seine Musik produziert und in der wir uns bereits letzten Dezember zum Interview getroffen hatten: Julian Philipp David. Nun gab es die erste eigene Tour und im Zuge dessen ein Konzert im Nochtspeicher. Wir waren da und haben den Abend sehr genossen.

Den Beginn machte zunächst der ‚Musikmacher‘ Haller – ganz im Stile des Alleinunterhalters, bewaffnet mit Mikrofon und Gitarre. Der Sänger, der übrigens vor kurzem noch Max Giesinger supportete, lieferte die perfekte Mischung aus Talent, Humor und Emotionen. Ganz großes Kino, das auf anderen Veranstaltungen auch für den Haupt-Slot gereicht hätte. Ich bin mir sicher, das wird noch ziemlich groß. Bis dahin sei jedem die aktuelle „OK“-EP ans Herz gelegt, die ich mir noch am selben Abend am Merch-Stand sichern konnte.

Das bereits warmgesungene Publikum bekam nur wenig Zeit zum Verschnaufen. Nach kurzer Pause folgte Julian Phillip David seiner Band auf die Bühne und die Show ging los. Zunächst merkte man diese gewisse Ernsthaftigkeit, die vermutlich jedem Newcomer auf seiner ersten Tour anhaftet. Nach den ersten Songs verflog dieser Eindruck jedoch schnell. So präsentierte sich die Band insgesamt verdammt professionell, aber dennoch sympathisch und locker – nicht selbstverständlich.

Es sei noch einmal hervorgehoben, dass Julian lediglich eine EP auf der Habenseite verbuchen kann. Dennoch wurden nicht nur die bereits bekannten Tracks mitgesungen und gefeiert, sondern auch die neuen Songs vom kommenden Album („Hoffentlich Ende des Jahres“ – Der Künstler) avancierten binnen zwei Strophen und drei Refrains zu Publikumsmagneten.

À propos neues Album: da wurde die Messlatte ja nun verdammt hoch gelegt. Da gab es sehr persönliche Songs wie „Kapitän“ oder so tolle und große Titel wie „Lass mich für dich traurig sein“ – nach der „Herbst“ EP zeigt sich Julian vielfältiger und mit mehr Kante.

„Im Herzen ist das voll Hip-Hop” – Newcomer Julian Philipp David im großen Interview!

Ich hätte kaum damit gerechnet, dass sich in dem verschlafenen Heimatkaff meines Vaters, in dem ich immer noch regelmäßig meine Familie besuche, ein renommiertes Tonstudio befindet.... Weiterlesen →

Wie lang das Konzert ging? Keine Ahnung, ich habe nicht auf die Uhr geschaut. War auch einfach viel zu schön dafür. Vor allem waren die angereisten Fans erstaunlich textsicher und tanzfreudig. Zu der tollen Stimmung hat natürlich auch der stadtspezifische Remix von „Ahnma“ beigetragen, aber auch die spontan dargebotene Einlage, als die Saite der Gitarre riss und Ersatz besorgt werden musste. Ich freu mich jedenfalls auf das kommende Album. Und natürlich auf weitere Auftritte von Julian Philipp David.

Die Tour wird übrigens ab Oktober fortgesetzt!