Kapitan Korsakov

Foto: Anton Coene

Kantiger Noise-Rock mit einer gewissen Zugänglichkeit? Ob das widersprüchlich ist? Grundsätzlich wahrscheinlich schon, allerdings interessierte das die drei Mannen von Kapitan Korsakov nicht, als sie ihr aktuelles Album „Physical Violence Is The Least Of My Priorities“ aufnahmen. Viel mehr noch: Sie schaffen es, dass diese Gegenpole miteinander funktionieren.

Das wiederum macht bereits der Opener „Caramelle“ klar. Wuchtige Basslines rappeln durch die Gegend, die Gitarren schrabbeln umher und und Pieter-Paul Devos klingt ein wenig Grunge-esk.

Sicher steht der Song mit dieser Mixtur nicht alleine auf weiter Flur, dennoch entfaltet sich das belgische Trio in verschiedenste Richtungen. Das Instrumental „Rabid Ghawazi Shuffle“ vereint orientalisch-anmutende Töne mit schepperndem Noise, „Pussy Scars“ ist der treibende Schweineritt schlechthin und „Hearts Too Hard“ bringt sogar die klassische Klavier-Ballade mit flimmernden Post-Rock-Anleihen unter einen Hut.

In Gegenwart all dieser verschiedenen Einflüsse und Ideen schaffen es Kapitan Korsakov, immer einen klaren Kopf in ihrem Irrsinn zu behalten und diese Ideen straight nach vorne durchzudrücken. Gerade deswegen funktioniert „Physical Violence Is The Least Of My Priorities“ überhaupt erst. Sie lassen alles zu, sich davon aber nicht irritieren. Sie wissen, wo sie hinwollen und wie sie ihr Ziel erreichen.

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