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Das neue Album „Es geht sich aus“ von Karies ist mittlerweile seit zwei Wochen auf dem Markt. Zeit für uns, die Platte Revue passieren zu lassen!

Karies ist ein Vier-Mann-Gespann aus Stuttgart und mischt gerade die deutsche Post-Punk-Szene auf. „Es geht sich aus“ ist ihre zweite Platte und kommt gewohnt düster daher. Ich fühle mich direkt ein wenig in die New-Wave-Zeit der 1980er zurückversetzt, wenn ich Karies höre!

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Aber von Anfang an: „Es ist ein Fest“ ist der Opener der Platte und startet mit einem Kuhglocken/Bass-Intro. Von einer Song-Explosion kann man definitiv nicht sprechen. Wie eigentlich das gesamte Album, ist der Sound eher monoton, genau wie die Texte, die sich immer wiederholen: „In deiner Umarmung will ich heut Nacht nicht schlafen, in deiner Umarmung will ich heut Nacht nicht sein.“ Insgesamt ist es sehr komplentativ, mein Ratschlag an euch – lasst euch einfach darauf ein und lasst euch treiben.

Karies sparen an Worten und stellen Thesen auf, die eigentlich nur in den Raum geworfen sind. Die muss man dann wohl einfach so stehen lassen.
Getragen werden die Songs gewiss nicht vom Text, sondern von Schlagzeug und Bass. Ein gutes Beispiel dafür ist „Keine Zeit für Zärtlichkeit“. Und wenn Benjamin „Nein ich bin nicht traurig, es geht mir gut!“ singt, weiß ich ehrlich gesagt nicht, ob ich ihm glauben soll.

Ich kann mich beim Hören jedenfalls nicht entscheiden, ob ich nun traurig sein soll oder doch gut gelaunt. Eher sehe ich mich besoffen in einem Club, mit einer halb vollen Flasche Bier in der Hand, hin und her schwanken. Und wie es bei betrunkenen Frauen so ist, können sie von einer Sekunde zur anderen von super gut gelaunt zu am Boden zerstört mutieren.

Wenn man sich „Es geht sich aus“ anhört, ist es ratsam, die Platte von vorn bis hinten anzuhören und nicht den Shuffle-Modus zu wählen. Die Songs werden nach und nach stärker und bauen gewissermaßen aufeinander auf.

Genau so wenig wie ich mich entscheiden kann, glücklich oder traurig zu sein, kann ich mich nicht entscheiden, ob ich „Es geht sich aus“ gut oder schlecht finden soll. Bildet euch am besten eure eigene Meinung und entscheidet selbst!

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