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Karlsson – das sind vier junge aufstrebende Musiker aus Köln, die sich irgendwo zwischen Punk, melodischem Indie-Rock und vielleicht auch ein bisschen Pop wiederfinden. Auch, wenn wir Schubladendenken scheiße finden, erinnert ihre erste EP „Autohauseröffnung“ an Bands wie Captain PlanET, Turbostaat und Love A. Wer mit diesen Bands verglichen wird, hat auf jeden Fall alles richtig gemacht.

Wir trafen uns nach ihrem Auftritt in der Pooca Bar auf dem Hamburger Berg im Exile und sinnieren bei Bier und Kippe über die wirklich wichtigen Dinge, nämlich über sie selbst.

Bereits seit Ende 2013 spielen Kilian, Florian und Lukas zusammen als Karlsson, davor waren sie vier Jahre lang als JoshAndSteve unterwegs. Der Name Karlsson ist eigentlich Zufall, ergibt am Ende aber Sinn. Im Proberaum wurde über Bandnamen sinniert, Kilian schlug irgendwann Karlsson vor und man überlegte sich, ob das eigentlich cool genug sei, bis Lukas auffällt, dass sein Opa Karl heißt und er somit ein waschechter Karlsson ist. Wie es der Zufall so will, heißt auch Kilians Opa Karl und somit war der Bandname in trockenen Tüchern. Dass die anderen beiden keinen Opa namens Karl haben, wurde schlichtweg ignoriert.

Hinter dem Projekt Karlsson steht die Idee, auf Deutsch singen zu wollen und härteren Gitarrensound zu nutzen. Damit war auch schnell klar, dass man für die Band einen zweiten Gitarristen benötigt, um genau diesen Sound zu erreichen. Und wie findet man in der heutigen Zeit seinen Traumpartner? Natürlich über Tinder! Hört sich erst mal komisch an, ist aber kein Scherz. Die Jungs machten einen (wahrscheinlich nicht allzu erotischen) Aufruf, trollten ohne Sinn und Verstand durch die Tinder-Welt und Tadaa: Ein Match mit Marius, der jetzt seit Mai 2015 dabei ist.

Heutzutage entscheiden sich viele Bands dazu, in ihrer Muttersprache zu performen. Was hat euch denn dazu bewegt?

„Gerade mir als Sänger fällt es einfach leichter, mich in meiner Muttersprache auszudrücken, als auf Englisch.“

Kilian: Gerade mir als Sänger fällt es einfach leichter, mich in meiner Muttersprache auszudrücken, als auf Englisch. Ich bekomme das zwar hin, aber die Feinheiten bekommt man mit seiner Muttersprache einfach am Besten hin. Außerdem fördert die Musikindustrie das gerade extrem. Die wollen halt bis irgendwann so und so viel deutsche Musik im Radio. [Zahlen sollen hier einfach mal Schall und Rauch bleiben]

KARLSSON – Autohauseröffnung (EP-Review)

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Ihren Auftritt in der Pooca Bar in Hamburg haben Karlsson selbst organisiert. Mit im Gepäck waren Spion Spion, eine befreundete Band aus Köln und Herr Schwerthelm aus Hamburg. Von der Location, über die Support Bands, die Unterkunft und den Transporter haben sie keine Kosten und Mühen gescheut, den Weg nach Hamburg auf sich zu nehmen. Bei einer Gage von 11,40 Euro und drei Freigetränken an dem Abend kann man nur den Hut vor ihnen ziehen. Dazu muss man sagen, dass Karlsson damit noch einen guten Deal gemacht hat. In anderen Städten, beispielsweise in Köln, muss man sich in die Bar oder den Club für bis zu 250 Euro einmieten. Wenn man Pech hat, ergibt das schnell ein Minusgeschäft – „Pay to Play“ eben. Dennoch sagen sie, dass es sich gelohnt hat.

„Man hat Spaß mit seinen Jungs, kann feiern, hat einen geilen Trip nach Hamburg und lernt dabei noch nette Leute kennen.“

Als eine Band, die noch in ihren Anfängen steckt, muss man eben viel Zeit und Geld investieren und Risiken auf sich nehmen. Eigentlich schade, dass die kleinen Bands nicht mehr unterstützt werden.

Gäbe es Instagram nicht, wäre ich wohl nie auf Karlsson aufmerksam geworden. Ein Glück wissen viele Bands den Vorteil von Social Media zu nutzen und liken was das Zeug hält. Bitte macht so weiter wie bisher und lasst euch nicht von Rezensionen ärgern, die der Meinung sind, ihr seid eine Schülerband. Seid ihr nämlich nicht! Für das nächste Jahr ist bereits ein Album in Planung, auf welches ich sehr gespannt bin!